Altmärker feiern drei Tage lang am Strömtaler See / Ein Tagebuch von drei Salzwedeler Fotografen

Highfield – eine gigantische Showbühne

Die Massen versammelten sich vor der Bühne, um bei der deutschen Band Bosse so richtig die Sau raus zu lassen. Durch das rasante Tanzen flog der Staub nach oben und wurde von der Sonne durchschnitten. Fotos (3): Bernd Zahn (2), Malte Schmidt

Hohenfelden / Altmark. Auch aus der Altmark strömten viele junge Menschen an den Strömtaler See um zu feiern. In der Tat ist das „Highfield“ eine große Schaubühne, die schon vieles an Künstlern und Gästen gesehen hat.

Oft ähneln sich die Drehbücher der Festivals, doch hier ist anscheinend alles etwas anders. Mehr als 20 000 Besucher packten den Stier bei den sprichwörtlichen Hörnern, um das 15. „Highfield“-Festival zu zelebrieren.

Damit so eine Veranstaltung reibungslos abläuft, stehen 250 Security-Leute, 200 Lotsen, 60 Sanitäter, 60 Techniker, 40 Feuerwehrmänner und natürlich auch einige Fotografen bereit. Unter letzteren waren auch Malte Schmidt, Christoph Titus Eisenmenger, Rudi Keuntje und Bernd Zahn.

Warten, warten, warten

Freitag 15.30 Uhr: Timid Tiger beginnen das Festival auf der grünen Bühne, wir stehen im Stau. 16 Uhr: Adolar aus der Altmark beginnen ihre Show auf der blauen Bühne, wir haben uns verfahren und sind irgendwo, nur nicht dort, wo wir sein sollten. 16.30 Uhr: Geschafft. Wir sind am Schalter, an dem es die Festivalbändchen und Parkgenehmigung gibt. Warten, warten, warten.

17.02 Uhr sind wir auf dem Zeltplatz angekommen, die Maccabees spielen, Malte hat sein Zelt als erster aufgebaut und sprintet zum Auftritt von Vierkanttretlager, die anderen trinken ein kühles Begrüßungsbier. 18.55 Uhr: Kraftklub aus Chemnitz und die Menge feiern, aber es gibt auch kritische Stimmen von Rapper Felix Brummer ins Festivaltagebuch geschrieben: „Freiheit für Pussy Riot!“ hämmert es über das weitläufige Gelände.

20.05 Uhr treffe ich mich mit den Berufssarkasten K.I.Z auf der Bühne. „Wir sind böse Jungs, Zahni“. Nein, sind sie nicht, aber sie sprechen eine deutliche Sprache und sorgen für eine gigantische Show, der Boden bebt. 21.45 Uhr dann ein genialer Auftritt von Bonaparte, acht Musiker aus acht Ländern stehen im schummrigen Scheinwerferlicht und gröhlen lautstark: „Anti,Anti“. 22.15 Uhr: Bullet for my Valentine Metal haben einen Namen, ich bin verzaubert, die Crowd ist am Durchdrehen, Staubwolken steigen gnadenlos ähnlich einem Atompils, in den Nachthimmel.

1.45 Uhr: Feierabend für uns nach dem Ablichten von zehn guten Bands. Ein warmer Met fließt durch unsere staubigen Kehlen. Wir sitzen mit unseren Nachbarn aus Chemnitz unter einem Pavillon auf dem Zeltplatz. 2.50 Uhr ist Schlafenszeit, aus dem Discozelt hämmern fette Beats, da erschallt ein lautes „Schienenersatzverkehr“, und die Antwort darauf erfolgt prompt: Auh! (aus dem elsterglatzvideo zu 300). Wir schlafen bald tief und fest.

Nun steht uns der härteste Tag, der Sonnabend bevor. Bands wie H- Blockx, die auch schon in Salzwedel ihre Visitenkarte abgaben, Broilers und die genialen Beatsteaks lassen den Tag zu einem einmaligen Erlebnis werden.

„Wir kommen wieder“

Duschen, lange Schlangen, der See liegt vor der Zelttür und das kühle Nass ist unbezahlbar. Zum Frühstück gibt es Rührei und Kaffee. Rudi und Malte gehen zu We are the Ocean, Titus und ich genießen Radio Havanna und machen Bilder. Ein kühles alkoholfreies am Biertruck, was will man mehr. Das vermeintlich Böse hat Vortritt, das gehört sich so. Die Besucher vor der blauen Bühne stehen erwartungsvoll da – und da sind sie: Agnostic Front und Sänger Roger Mirret wissen, was gewünscht ist – New York Hardcore von den Gründungsvätern dieses Genre. For my family, for my friends“ – der Pit dreht sich so schnell wie die Flügel eines Hubschraubers. Die erkämpfte Zugabe, ein Ramones Klassiker, „Blitzkrieg Bob“ . Eagles of Death Metal mit Jesse Homes, das ist Entertainment, Casper der Dauerbrenner in diesem Jahr. Placebo langweilen uns und beenden das Festival.

Wir vier Fotografen packen die Kameras ein, haben in drei Tagen viele Kilometer zwischen den Bühnen und anderen Attraktionen zurückgelegt und begeben uns glücklich auf den Heimweg. Fazit: Wir kommen wieder, das „Highfield“ im nächsten Jahr wollen wir auf keinen Fall verpassen.

Von Bernd Zahn

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