„Hier wohnte...“

Salzwedel - Von Andreas Köhler. Es war ein bewegender Moment, als Gunter Demnig die ersten fünf Stolpersteine verlegte. Die Steine erinnern mit einer Messingtafel an Juden, die in Salzwedel lebten und während der NS-Zeit umgebracht wurden.

Es hat lange gedauert. Bereits 2006 wurde vorgeschlagen, dass auch in Salzwedel Stolpersteine verlegt werden sollen. Die zehn mal zehn Zentimeter großen Steine besitzen an der Oberseite eine Messingplatte, in der die Namen der an diesem Ort lebenden jüdischen Mitbürger eingraviert wurden. Menschen, die in der NS-Zeit deportiert wurden, aber auch Personen, denen die Flucht gelang. Doch lange Zeit schien es so, als würde Salzwedel über das Projekt selber stolpern, hat es doch bis vergangenen Sonnabend gedauert, bis die Steine an ihren Platz kamen.

Gunter Demnig, der einst die ersten Stolpersteine in Berlin illegal verlegt hatte, baute insgesamt 16 dieser Erinnerungssteine in Salzwedel ein. Auf der Altperverstraße, der Burgstraße und der Neuperverstraße wird nun seit Sonnabend an das Schicksal von Juden erinnert. „1930 lebten in Salzwedel rund 120 bis 130 Juden“, weiß Stadtarchivar Steffen Langusch zu berichten. Nach 1945 waren nur noch drei jüdische Salzwedeler am Leben. Deren Nachkommen waren aus den USA, England und Israel zum Verlegen der Stolpersteine gekommen. Zeitweise floßen dabei auch einige Tränen.

Im Anschluss an die Arbeiten wurde eine Gedenkstunde in der Mönchskirche abgehalten, bei der der ökumenische Jugendchor Salzwedel auftrat.

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