Konzert von Hannes Wader im Kulturhaus komplett ausverkauft / Zuschauer begeistert

Heute hier, morgen dort

50 Jahre lang eroberte Hannes Wader die Bühnen in Deutschland. Am vergangenen Mittwoch kamen die Salzwedeler in den Genuss der Klänge des gebürtigen Bethelers. Er spielte auch seinen berühmtesten Song: „Heute hier, morgen dort“. Fotos (2): Bernd Zahn
+
50 Jahre lang eroberte Hannes Wader die Bühnen in Deutschland. Am vergangenen Mittwoch kamen die Salzwedeler in den Genuss der Klänge des gebürtigen Bethelers. Er spielte auch seinen berühmtesten Song: „Heute hier, morgen dort“.

Salzwedel. An der Eingangstür des Kulturhauses Salzwedel steht in großen Buchstaben geschrieben: „Veranstaltung ist restlos ausverkauft. “ Kein Wunder: Nach 50 Jahren verlässt der Barde Hannes Wader die Konzertbühnen mit seiner Abschiedstournee „Machts gut!“

Mit seinem erfolgreichsten Lied „Heute hier, morgen dort“ eröffnet er sein Konzert. Er singt es in Deutsch und Englisch. Knackiger Applaus brandet auf die Bühne.

50 Jahre stand Wader auf den Bühnenbrettern, und so singt er wie im Lied von Kevin Johnson: „Rock´n´Roll, ich hab dir die besten Jahre meines Lebens gegeben.“ Auch wenn seine Passion sicher mehr das Lied, der Chanson, das Arbeiterlied ist und war.

„Ich könnte mich den ganzen Abend zitieren. Und wissen Sie was? Das mache ich“, sagt Wader. Er singt Lieder über die Jugend, über das Alter und dass nichts so bleibt, wie es war. Nicht gespickt mit den großen reißerischen Rückblicken auf sein tolles Leben, sondern nüchtern und ohne Wehmut erzählt er kleine Anekdoten über seine Lieder, über Menschen, die ihn bewegt haben, über Frieden und Krieg und über die Reeperbahn, von fiktiven Erlebnissen auf der sündigen Hamburger Meile in Form eines flotten Tangos.

Einige Fans von Hannes Wader hatten extra ein großes Banner im großen Saal des Kulturhauses aufgespannt.

Das Publikum genießt, hängt an seinen Lippen und saugt das Programm einem ausgetrockneten Schwamm gleich auf. Ein wenig wirkt Wader wie die müde Novembersonne in nordischen Auen im zerklüfteten Moor.

Und da kommt der Klassiker „Die Moorsoldaten“, den er 2011 in Leipzig bei einem Festival sang, während der letzte noch lebende Moorsoldat Hans Lauter mit auf der Bühne stand, wie er am Mittwoch erzählt.

Melancholie schwingt zwar in seinen Liedern, mit gelassener Seelenruhe zieht er sein Abschiedsprogramm durch. Das bekannte „Bis zum nächsten Mal“ sagt er nicht. Denn es gibt keins, und man glaubt es ihm, da er sein Publikum niemals verschaukelt hat. Drei Zugaben erkämpft sich das Publikum. Wader fordert alle zum Singen auf – „Sag mir, wo die Blumen sind“. Dann schließt der Vorhang.

Von Bernd Zahn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare