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Hermann Audorf las aus seinem neuen Buch bei der Salzwedeler Urania

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Von: Arno Zähringer

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Hermann Audorf berichtete aus seiner Arbeit als jahrzehntelanger Direktor der Jenny-Marx-Schule. © Zähringer, Arno

 „Einen interessanten Nachmittag“ wünschte Vera Baumbach den Besuchern, die gestern zur Lesung mit Hermann Audorf in das Gebäude der Urania gekommen waren. 

Salzwedel – „Einen interessanten Nachmittag“ wünschte Vera Baumbach den Besuchern, die zur Lesung mit Hermann Audorf in das Gebäude der Urania gekommen waren. Und das wurde er auch, denn Hermann Audorf, viele Jahrzehnte Direktor der Jenny-Marx-Schule in Salzwedel, las aus seinem Buch „Mein Zeitalter wird besichtigt, ein Studienrat blickt zurück“ (wir berichteten).

Im Buch wie auch in den Lesungen setzt sich der Autor Audorf mit dem Bildungssystem in der ehemaligen DDR auseinander, machte aber gleich zu Beginn deutlich: „Ich bin ein Kind der DDR, ich bin aber nicht hier, um die tote DDR-Schule wieder lebendig zu machen.“ Vielmehr gehe es ihm darum, das Gute darzustellen, damit „es nicht in Vergessenheit gerät“. Denn so viel ist für den engagierten Pädagogen klar: „Es wäre gut gewesen, wenn man das eine oder andere vom Bildungssystem der DDR übernommen hätte“, sagt Audorf und erntet dafür beifälliges Nicken der Besucher. Audorf, der inzwischen auf die 90 zugeht, kann die Kürzungen im heutigen System nicht verstehen. „Das ist doch unmöglich“, redet er Klartext. Zwischendurch stellt er fast beiläufig fest: „Jetzt bin ich doch schon wieder beim Erzählen, dabei soll ich doch lesen“ und erntet dafür freundliches Lachen.

Zu seiner Zeit habe man bei Problemen frühzeitig Kontakt mit den Eltern aufgenommen, um ihren Kindern einen problemlosen Schuleintritt zu sichern. „Heute steht oft zwischen Schule und Elternhaus ein Rechtsanwalt. Solche Verhältnisse waren mir völlig fremd, waren in der DDR einfach unvorstellbar“, zieht er Bilanz. Am liebsten habe er unterrichtet oder die gehaltenen Stunden bei Kollegen verfolgt. „Unterricht hat mich stets fasziniert“, macht Hermann Audorf glaubhaft deutlich.

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