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Heizungen werden runtergedreht: Wie altmärkische Großbetriebe ihren Energieverbrauch senken

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Von: Armon Böhm

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Krankenhaus
Auch das Altmark-Klinikum muss und will Energie sparen. Dafür werden Heizkörper weitestgehend runterreguliert und alte Systeme sollen erneuert werden. © AZ-Archiv

Auch Großbetriebe und Behörden im Altmarkkreis Salzwedel müssen und wollen Energie sparen – wegen der Kosten, aber auch im Rahmen einer bundesweiten Kampagne. Was Behörden und Betriebe dabei auf der Agenda haben:

Salzwedel – Die aktuelle Energiekrise lässt viele Salzwedeler einen genaueren Blick auf den Stromzähler werfen. Lokale Einzelhändler verzichten beispielsweise auf die Beleuchtung ihrer Schaufenster (AZ berichtete), um den Energieverbrauch und damit die Kosten zu senken. Aber wie spart eine große Produktionsfirma, worauf kann ein Krankenhaus verzichten und was macht der Altmarkkreis Salzwedel?

Mit der Kampagne „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“ ruft das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zum gemeinsamen Stromsparen auf, um mit jeder gesparten Kilowattstunde einen Beitrag zur energetischen Unabhängigkeit Deutschlands zu leisten. Auch solle damit das Erreichen von Klimazielen ermöglicht werden.

Die Maßnahmen im Altmark-Klinikum

Um bei der Kampagne mitzuwirken, sensibilisiere das Altmark-Klinikum nicht nur die Mitarbeitenden im Umgang mit Energieträgern, sondern wolle auch konkrete Instrumente entwickeln und umsetzen, wie Ivonne Bolle, Pressesprecherin des Altmark-Klinikums, auf AZ-Anfrage mitteilte. Als allgemeine Maßnahmen, welche bereits relativ kurzfristig umgesetzt werden konnten, habe das Klinikum die Runterregulierung von Heizkörpern unter Beachtung hygienischer und medizinischer Parameter sowie das Ausschalten der Beleuchtung in ungenutzten Bereichen eingeführt. Ausnahmen seien Flucht- und Rettungswege.

„Weitere effiziente Sparmaßnahmen betreffen technische Möglichkeiten zur Anpassung bestehender Strukturen im Altmark-Klinikum“, gab die Pressesprecherin an und führte fort: „Diese können allerdings wegen derzeitiger weltweiter Lieferengpässe erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden.“ Besagte Maßnahmen betreffen zum Beispiel das Umrüsten auf LED-Beleuchtung, die Optimierung der Lüftungsanlage und des Heizungssystems, das Erneuern von ineffizienten Motoren und Pumpen sowie das Nutzen von Wärmerückgewinnungsstrukturen.

Das Vorgehen bei Kraiburg Relastec

Bei der in Salzwedel ansässigen Produktionsfirma Kraiburg Relastec, welche Fertigprodukte für Schall- und Schwingungsisolierung, Fallschutz, Bautenschutz, Ladungssicherung, Sportböden sowie Elastikschichten herstellt, setzt man generell auf Maßnahmen zur Einsparung von Energie und Energiekosten. „Unser nach ISO 50 001 zertifiziertes Energiemanagementsystem leistet dabei einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz“, versicherte Christian Schäfer, Leiter des Qualitätsmanagements bei Kraiburg. Damit verbunden sei die Reduzierung von direkten und indirekten CO2-Emissionen. „Energierelevante Themen werden in allen Prozessen der Organisation berücksichtigt“, versicherte Schäfer.

Zusätzliche Maßnahmen aufgrund der aktuellen Situation seien nur im geringen Umfang durchführbar, bestünden aber beispielsweise aus der Reduzierung der Temperaturen beim Beheizen von Räumlichkeiten oder der Einsparung von Warmwasser für den personellen Bedarf. „Weitere Einsparungen sind allerdings produktionstechnisch nicht vorgesehen und für einen reibungslosen Betrieb unseres Unternehmens auch nicht möglich“, gab Schäfer abschließend an.

Altmarkkreis setzt auch auf bewusstes Heizen

In den Liegenschaften des Altmarkkreises Salzwedel werde von der Kreisverwaltung immer dann Energie bereitgestellt, wenn diese benötigt wird. „Die Heizungen werden durch eingestellte Heiz- und Absenkzeiten zentral gesteuert“, schilderte Birgit Eurich, Pressesprecherin des Kreises. Sowohl Beschäftigte als auch die Hausmeister der Verwaltung seien im Bereich der Energieeffizienz geschult, zuletzt im Juni dieses Jahres. Im November sollen auch die Hausmeister der Schulen in diesem Bereich weitergebildet werden.

„Die Nutzer der Gebäude sind hinreichend sensibilisiert, für eine angemessene Raumtemperatur sowie einen sinnvollen Umgang mit warmem Wasser zu sorgen“, schilderte Eurich. Weitere Einsparmaßnahmen zur Minimierung von Mehrkosten würden aktuell geprüft.

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