Blümel will immer eine schöne Stadt / Sperrmülldebatte endete ergebnislos

Heide: „Mittelalterliche Verhältnisse“

Müll
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Sperrmüllhaufen wie an der Gartenanlage Reimmannstraße – in denen nicht nur Sperrgut zu finden ist – werden nicht abgeholt. Jeder wirft überall hin, was er nicht mehr braucht. Das sorgt für Diskussionen im Stadtrat.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Stadtrat Marco Heide brachte den Sperrmüll-Stein am Mittwoch im Stadtrat ins Rollen. „Wir haben im August nicht nur eine mittelalterliche Stadt vorzuweisen, sondern auch mittelalterliche Müllverhältnisse“, sprach er die laufende Entsorgung an. Das habe Auswirkungen – vor allem auch auf Touristen, so Heide. Die Stadt müsse mit dem Kreis und den Bürgern sprechen, dass im Sommer die Sperrmüllentsorgung ausfalle und auf eine Abfuhr im Jahr reduziert werde, schlug er vor. Das spare außerdem für alle Kosten.

Salzwedel - Bürgermeisterin Sabine Blümel stimmte Heide im Prinzip zu: „Ich möchte immer eine schöne Stadt. Aber mit einmal Sperrmüll kommen wir nicht aus, dann landet alles im Wald.“ Sie wies darafhin, dass das Kerngebiet der alten Hansestadt 80 Prozent der Kosten für die Nachberäumung im gesamten Altmarkkreis ausmache.

Blümel ärgert sich vor allem über die Haufen an Gartenanlagen: „Dort wird kein Sperrmüll abgeholt.“ Heide konterte: „Aber wir sind die große Stadt, zu der die Touristen kommen.“ Es gehe ihm einfach nur darum, eine andere, sauberere Lösung zu finden. Auch Osterwohles Ortsbürgermeister Jürgen Bangemann platzte der Sperrmüll-Kragen: „Wer gibt den Leuten das Recht, alles an den Kreuzungen hinzuschmeißen?“ Dafür gebe es zentrale Punkte. „Und den Haufen an der Reimmannstraße, den hätte ich eingezäunt“, schoss dem gestandenen Lokalpolitiker die Zornesröte ins Gesicht.

Einfach eine Lösung

Jens Niemann (AfD) riet, dass das Abholen des Sperrmülls künftig von jedem selbst beantragt werden müsste: „Dann landet darin auch nichts, was da nicht reingehört. Das sollten wir ins Auge fassen, um aus dieser Misere herauszukommen.“ Sein Fraktionskollege Hanns-Michael Kochanowski ging sogar soweit, erneut eine Videoüberwachung zu fordern.

In Sachen Kartensystem – also ein Abholen zu bestellen – erinnerte die Bürgermeisterin daran, dass das die Stadt vor Jahren schon mit einem Vorstoß beim für die Abfallentsorgung zuständigen Kreis versucht habe, aber gescheitert sei. „Das haut hier aber nicht hin. Die anderen Kommunen müssten das mitbezahlen.“ Nichtsdestotrotz sollen die Kreistagsabgeordneten noch einmal versuchen, das Thema dort an die richtige Stelle zu bringen. Eine Sperrmüll-Lösung wurde auch nach längerer Diskussion nicht gefunden.

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