Hausbewohner in tiefer Sorge / Kein schönes Weihnachten

Schlimme Bescherung in Salzwedel: Corona in drei Familien

In der Neutorstraße 61 sollen drei von 16 Mietparteien von Corona betroffen sein. Die Bewohner sind besorgt. Sie haben keine Erklärung, wie das Virus ins Haus gelangt ist.
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In der Neutorstraße 61 sollen drei von 16 Mietparteien von Corona betroffen sein. Die Bewohner sind besorgt. Sie haben keine Erklärung, wie das Virus ins Haus gelangt ist.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Die Bewohner der Neutorstraße 61 haben Angst. Angst vor Corona. So berichtet Cornelia Meiburg von sechs Fällen, die in dem Haus mit den vorwiegend älteren 16 Mietparteien aufgetreten seien. Und um die machen sich alle Sorgen.

Salzwedel – „Warum diese Häufung von Corona-Fällen gerade in unserem Haus?“, fragt Cornelia Meiburg. „Wir hatten ja alle kein Weihnachten hier“, schildert sie die bedrückende Angst in dem Haus. Wer wird der Nächste sein?.

Drei Ehepaare seien betroffen. „Die Männer sind alle in Gardelegen im Krankenhaus, einer bereits zum zweiten Mal. Ein 85-Jähriger hat sich einigermaßen erholt“, erzählt sie. Und weiter: „Die Frauen sind hier im Haus in Quarantäne. Die sitzen hier ganz alleine, zum Teil im Rollstuhl.“ Auch im Gesundheitsamt habe sie schon angerufen. Für Cornelia Meiburg sei das wenig erhellend gewesen. Sie hatte sich erhofft, dass alle Hausbewohner getestet würden. Auch der Pflegedienst gehe im Haus ein und aus. Cornelia Meiburg macht sich große Sorgen. Sie desinfiziere schon jeden Abend alle Türen. Doch die Angst bleibt.

Es muss Ursachenforschung betrieben werden

„Wir haben dort nicht einmal eine Handvoll Betroffene“, sagt Kathrin Rösel, zuständige Dezernentin beim Altmarkkreis. Und listet auf: Ein positiver Fall liege im Krankenhaus, zwei weitere seien positiv getestet, und eine Kontaktperson wurde ausgemacht. Es gebe keinen Anlass, alle Hausbewohner zu testen, so Rösel weiter. „Wir können nicht auf blauen Dunst ein ganzes Haus testen lassen“, kommentierte die Dezernentin. Wenn es Auffälligkeiten gebe, würden verschiedene Szenarien greifen. Zum Beispiel das, mit den Leitungen der Pflegedienste gemeinsam die Situation näher zu betrachten. Oder: Wenn die Hausgemeinschaft sehr eng miteinander umgehe – was sie in der gegenwärtigen Situation nicht hoffen wolle, so Rösel – müsse Ursachenforschung betrieben werden. Was im Einzelnen unternommen werden könnte, dazu wollte die Dezernentin keine pauschalen Aussagen treffen. Gegenwärtig nach den ihr vorliegenden Zahlen für die Neutorstraße 61 jedenfalls nichts.

Dort sind die Bewohner weiter in tiefer Sorge vor einer Corona-Ansteckung. Und allein. Denn niemand von den behördlichen Stellen nimmt ihre Ängste so richtig ernst. Ein Test hätte Gewissheit gegeben – wenigstens vorübergehend. „Woher kommt das nur? Wir gehen ja kaum aus dem Haus“, ist Cornelia Meiburg verzweifelt.

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