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IM HOCHWASSERGEBIET: Salzwedeler THW organisiert das Aufräumen und kocht für 5000 Helfer

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Von: Holger Benecke

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Trümmer
Instandsetzen der zerstörten Infrastruktur: THW-Einsatzkräfte sichern im Ahrtal einsturzgefährdete Gebäude. © Privat
Abstützen
Abstützen: Alles, was noch zu erhalten geht, wird gerettet. Die THWler ziehen von Haus zu Haus. © Privat

Seit Wochen sind Angehörige des THW-Ortsverbandes Salzwedel im Krisengebiet rund um Ahrweiler im Einsatz. Was sie dort tun, ist weniger spektakulär als der Hochwassereinsatz. Sie koordinieren das Aufräumen. Von Aufbauen ist in der Krisenregion noch lange keine Rede, zu viel Schutt muss weggeräumt werden.

Hochwasser
Der Anblick der Verwüstung im Ahrtal lässt selbst gestandene Helfer erschauern. © Privat
Hochwasser
Zugführer Constantin Chmelka nimmt im Ahrtal die nächsten Einsatzorte auf und schätzt ein, was dafür benötigt wird. © Privat

Salzwedel / Ahrweiler – Salzwedels THW-Zugführer Constantin Chmelka hat in Ahrtal zusammen mit Zugtruppführer Stefan Sachser und Führungsgehilfe Daniel Schulz seinen Stab aufgeschlagen. Sie sind in Sachen Hochwasser und Hilfe danach, speziell in Sachen Infrastrukturwiederaufbau, nicht nur geschult, sondern auch einsatzerfahren. Sie sehen, wo die Säge klemmt und wissen, von wo sie bundesweit welche weitere Hilfe – spricht THW-Einheiten mit der explizit benötigten Technik – anfordern können.

Hochwasser
Die Arbeiten sind für die Helfer kein Zuckerschlecken. © Privat
Hochwasser
Geschafft, aber glücklich, dass sie den Menschen im Ahrtal wieder ein Stück weiter helfen konnten. © Privat

Im Ahrtal arbeitet die Chmelka-Truppe eng mit Landwirten, Lohnunternehmnern, anderen Katastrophenschutzeinheiten und natürlich mit der heimischen Bevölkerung zusammen. Dabei geht es in erster Linie um das Beräumen von Straßen und Häusern, Instandsetzung der Infrastruktur und das Führen der Logistik.

THW
Fertig zum Abrücken: Zugführer Constantin Chmelka weist die verschiedenen THW-Einheiten in ihre Aufgaben ein. © Privat
Hochwasser
Schwere Technik bei Aufräumarbeiten: Vor allem muss die Infrastruktur wieder hergestellt werden. Dazu gehören selbst so simple Dinge wie eine stabile Wasserversorgung. © Privat

Neben Chmelkas Führungstrupp sind seit Sonntag zwei weitere THWler im Einsatzgebiet. Anke Sachser und Jörg Lichtenknecker kochen im Bereitstellungsraum auf dem Nürburgring für die Helfer. Ihre Küche wird dort von 5000 Einsatzkräften (!) angelaufen. Frühstück, Mittagessen, Abendbrot – ein Knochenjob.

THW-Helfer
Anke Sachser und Jörg Lichtenknecker kochen täglich für 5000 Helfer. © Privat
Huhn
Offenbar gibts im Verpflegungszelt des THW für 5000 Einsatzkräfte frische Eier. © Privat

Für die Salzwedeler Helfer im Ahrtal gab es am Wochenende dann noch eine handfeste Überraschung: Plötzlich tauchte ihr THW-Chef Nico Lesch dort zusammen mit Gruppenführer Christian Thamm mit einem funkelnagelneuen Mannschaftstransportwagen auf. Den rund 50 000 Euro teure Transporter hatten Lesch und Thamm direkt vom Hersteller in Plauen (Vogtland) abgeholt und waren damit sofort ins Ahrtal gedüst, um seinen Leuten, die dort im täglichen Einsatz stehen, die Schlüssel für das neue Fahrzeug in die Hand zu drücken.

THW-Helfer
THW-Chef Nico Lesch (v.l.) kam mit einer 143 PS starken Überraschung ins Krisengebiet. Zugführer Constantin Chmelka, Daniel Schulz und Stefan Sachser (r.) freuen sich über diese Würdigung ihres Einsatzes. Christian Thamm (2.v.r.) hatte den Wagen mit überführt. © Privat

Es ersetzt das fast 20 Jahre alte Führungsfahrzeug, mit dem Chmelka und sein Trupp dort bislang im Einsatz waren. Der Mercedes 314 CDI mit 143 Pferdestärken ist speziell für einen Zugtrupp ausgerüstet und wird nach der Katastrophenhilfe im Ahrtal im Salzwedeler Ortsverband als Führungsfahrzeug des Technischen Zuges eingesetzt. Neben Platz für sechs Helfer ist der Wagen mit Digitalfunk und für Einsätze in Gebieten mit kritischer Infrastruktur – wie im Ahrtal – auch noch mit analogem 4-Meter-Funk als Rückfallebene ausgerüstet.

Die Katastrophenhelfer im Ahrtal waren gerührt von der Fürsorge ihres Chefs. „Das neue Zugtruppfahrzeug hätte zu keinem passenderen Zeitpunkt kommen können“, sagte Constantin Chmelka.

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