Haass-Medaille für jahrelanges Engagement

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Staatssekretär Jürgen Stadelmann (v.r.) zeichnete das Salzwedeler Ehepaar Christiane und Klaus Peters mit der Friedrich-Joseph-Haass-Medaille aus. Mit dabei war auch Dr. Hartmut Pollack vom Kreisverband Volksbund der Deutschen Kriegsgräberfürsorge.

Salzwedel – Von Henning Lehmann. Ehre, wem Ehre gebührt. Für ihr jahrelanges Engagement im Kreisverband des Volksbundes Deutschen Kriegsgräberfürsorge zeichnete gestern der Staatssekretär im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, Jürgen Stadelmann, das Salzwedeler Ehepaar Christiane und Klaus Peters mit der Friedrich-Josef-Haass-Medaille aus.

Der Staatssekretär ist stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes. Er würdigte in Vertretung des Kreisvorsitzenden Dr. Hans-Joachim Becker die besonderen Verdienste des Ehepaars Peters. „Sie waren jahrelang das Rückgrat des Kreisverbandes. Das Ehepaar hat nach der Wende in Salzwedel die Kranzniederlegung am Volkstrauertag organisiert“, betonte Jürgen Stadelmann. Darüber hinaus pflegen Christiane und Klaus Peters das Grab von dem am 12. April 1945 in Salzwedel gefallenen Soldaten Friedrich Schultheiss und legen am Volkstrauertag einen Kranz auf dessen letzte Ruhestätte.

Klaus Peters, ein Kriegskind aus dem Jahrgang 1943, betonte, dass ihm das Anliegen des Volksbundes „Versöhnung über den Gräbern“ nicht nur seit 20 Jahren wichtig ist. Mitgetragen, aber nicht alleine, durch das Schicksal seines bis heute vermissten Vaters Hans, sieht er die generationsübergreifende Aufgabe des Erinnerns im Sinne der Mahnung zum Frieden.

Seit 1990 engagiert sich Klaus Peters gemeinsam mit seiner Frau Christiane für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. So organisierten beide die erste Veranstaltung des Volkstrauertages nach der politischen Wende 1990 in Havelberg. Klaus Peters war damals dort Landrat und rief auch den Kreisverband im Altkreis Havelberg mit ins Leben. Die Arbeit setzte das Ehepaar auch 1992 nach ihrem Wohnortwechsel in Salzwedel fort. Besondere Verdienste erwarben sich beide während der aktiven Arbeit im Kreisverband. Die Organisation und Durchführung der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag in der Kreisstadt sind eng mit dem Namen von Christiane und Klaus Peters verbunden. Bis vor einigen Jahren zeichneten die Geehrten für Ausrichtung der Trauerfeier verantwortlich.

Auch für die Entwicklung der Jugendarbeit im Kreisverband war das Engagement von Klaus Peters von entscheidender Bedeutung. So organisierte er 1993 die erste Jugendreise von Salzwedeler Schülern ins belgische Lommel. Mittlerweile sind die Fahrten Tradition. Jedes Jahr besuchen Neuntklässler der Salzwedeler Lessing-Ganztagsschule den deutschen Soldatenfriedhof in der Kleinstadt. Dort haben gefallene deutsche Soldaten aus den beiden Weltkriegen ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Auch wenn die Arbeit im Laufe der Jahre schwieriger geworden ist und das Thema in der DDR totgeschwiegen wurde, möchten Klaus und Christiane Peters, wie auch der Kreisverband Deutsche Kriegsgräber die Ereignisse der beiden Weltkriege an die nachwachsene Generation weiter vermitteln.

Die Friedrich-Josef-Haas-Medaille wird an besonders engagierte Menschen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge vergeben. Der Namensgeber, deutsch-russischer Arzt, lebte von 1780 bis 1853. Er wurde im Volksmund auch als heiliger Doktor bezeichnet, weil er sich für die Humanisierung des Strafvollzugs in Russland einsetzte die Strafgefangenen medizinisch betreute.

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