Farbenfrohe Freudenbringer sorgen für strahlende Gesichter in Pandemie-Zeiten

Gut gerüstet für den Muttertag

Frau
+
Nadine Matzky ist mit Elan dabei, Muttertagsfreudenbringer versandfertig zu machen. Bei den fleißigen Frauen ist trotz bergeweiser Arbeit gute Laune das Rezept.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
    schließen

Sonntag ist Muttertag. Und deshalb läuft im Blumengroßhandel von Peter Schierz alles auf Hochtouren. „Wir sind froh, dass wir in dieser Zeit der Pandemie die Möglichkeit haben, unser Geschäft zu öffnen“, sagt Peter Schierz und mit ihm vermutlich Tausende andere, die froh sind, ihre Liebsten und Mütter am Sonntag mit Blumen verwöhnen wollen.

Salzwedel - Schierz hat in Sachen Corona schon andere, ganz bittere Erfahrungen machen müssen. Vor Weihnachten musste er Ware im Einkaufswert von 75 000 Euro auf den Kompost werfen, weil die Blumenläden geschlossen bleiben mussten. Das ist nun zum Glück nicht so. Beim Großhändler herrscht dieser Tage Hochdruck. Schierz beliefert von Salzwedel aus rund 220 Kunden in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Silke Schmidt lässt Rosen sprechen. Sie hat dieser Tage alle Hände voll zu tun beim Kreieren der Sträuße.

Alle 36 Mitarbeiter sind im Einsatz, fahren volles Programm. „Auch wenn wir bis nachts durcharbeiten, um alles vorzubereiten – wie in jedem Jahr zum Muttertag ist das kaum zu schaffen“, weiß Peter Schierz aus jahrzehntelanger Erfahrung. Aber eins ist anders in diesem Jahr: „Die Schnittblumen sind teurer“, sagt der Großhändler. Doch noch viel teurer sind Pflanzen und Gehölze – in der Blumenhändlersprache kurz und knapp „Beet und Balkon“ genannt.

Und gerade in diesem Jahr, vermutlich weil in der Pandemie viele zu Hause sind, ist die Nachfrage nach Pflanzen sehr groß, schätzt Schierz. „Die Beschaffung wird schwieriger, die Preise steigen, manches ist gar nicht zu bekommen,“ berichtet er. „Obstgehölze – da kannst du in den Baumschulen anrufen, wo du willst“, nennt er ein Beispiel für die Mangelware. Schierz hatte deswegen schon Kontakt mit einer Firma in Italien aufgenommen. Die Antwort: „Wir freuen uns, Sie als neuen Kunden zu gewinnen, aber nicht in diesem Jahr“, schildert Schierz.

Blumengroßhändler Peter Schierz.

„Die Preise explodieren“

Peter Schierz macht sich Sorgen um die Eigendynamik, die sich gerade entwickelt: „Verschiedene Dinge gibt es nicht, die Preise explodieren – das wollen wir nicht.“ Dass sich das Beschaffen einiger Sorten ähnlich wie zu DDR-Zeiten entwickelt, bereitet ihm Sorge. Noch hat Peter Schierz ein Gegenmittel: regionale Gärtner. „Wir arbeiten viel mit regionalen Gärtnern zusammen. Die halten die Termine und haben akzeptable Preise.“ Und diese kann er dann auch an seine Kunden weiterreichen.

Trotz Erfahrung keine Routine

„Ich habe ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen“, sagt Peter Schierz, „weil es bei uns gerade ausgesprochen gut läuft und andere Branchen unter der Pandemie schlimm zu leiden haben.“ Nun kommt es darauf an, alles für den Muttertag vorzubereiten. Denn es geht um sofortiges, schnelles Liefern und eine reibungslose Abfertigung der Kunden. Und das ist bei der Nachfrage an einem der wichtigsten Tage für die Mütter und die Blumenhändler immer ein Problem. „Da kommt trotz der Erfahrung keine Routine auf“, schmunzelt der Großhändler. Seine Fahrzeuge rollen im Dauereinsatz, und seine fleißigen Mitarbeiterinnen in der Binderei könnten in diesen Tagen vier Hände gebrauchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare