Grüße von Kitty Hartmoxon

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Hannelore Nehrke überbrachte gestern während der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Naziregimes Grüße der ehemaligen KZ-Insassin Kitty Hartmoxon.

Salzwedel – Von Ulrike Meineke. Kitty Hartmoxon war gestern in Gedanken in Salzwedel. Die Engländerin durchlebte hier vor 66 Jahren schlimme Zeiten. Sie war Häftling im Salzwedeler Außenlager des KZ Neuengamme.

„Ich überbringe Ihnen herzliche Grüße“, sagte Hannelore Nehrke gestern. Tränen standen ihr in den Augen, die Stimme versagte. Wie rund 60 andere auch, hatte die Salzwedelerin an der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus teilgenommen. Am Gedenkstein für die Inhaftierten des ehemaligen KZ-Außenlagers an der Gardelegener Straße erinnerte Oberbürgermeisterin Sabine Danicke an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 66 Jahren, an die 58 000 Häftlinge auf den Todesmärschen, von denen nur 7 600 überlebten. „Es ist ein Tag gegen das Vergessen“, mahnte sie zu Wachsamkeit. Sie erinnerte aber auch an die Aktionen in der Hansestadt für ein buntes, multikulturelles Miteinander. Daran, dass die Stadt mit dem Verlegen der Stolpersteine Zeichen gegen das Vergessen gesetzt hat, an die Ausstellungen, die das Schicksal Salzwedeler Juden dokumentieren. Gerade sei der Hilmsener Künstler Hans Molzberger dabei, diesbezüglich ein Projekt mit Jugendlichen umzusetzen. Er war es auch, der mit der Ausstellung „Lasst es niemals ruhn“ im texanischen Houston deutlich gemacht hat, dass die Erinnerung in Deutschland wachgehalten wird. Auch das lebensfrohe Wandbild an der Jeetzeschule stehe für Weltoffenheit und Toleranz. Dass es wiederholt beschmiert wurde, „zeigt, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem Thema ist“.

Superintendent Matthias Heinrich bediente sich eines Spruchs von Mose, der da sagte: „Gedenke der vorigen Zeiten.“ Vor der Kranzniederlegung an der Gardelegener Straße gab es eine Gedenkveranstaltung an der Ritzer Brücke, zu der die Linke eingeladen hatte.

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