Grüne Energie vom Landwirt

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Christian Schmidt, Geschäftsführer der Agrargesellschaft Siedenlangenbeck, zeigt den 400-kW-Motor, der das Biogas aus dem benachbarten Nassfermentierer in Strom umwandelt. Seit Ende Dezember befindet sich die gesamte Anlage im Testbetrieb.

Wöpel – Von Jens Heymann. Viele Landwirte denken darüber nach, viele haben bereits eine – die Rede ist von einer Biogasanlage. Auch die Agrargesellschaft Siedenlangenbeck besitzt nun eine. Seit der Inbetriebnahme Ende Dezember produziert die neue 400-Kilowatt-Anlage – zunächst noch im Testbetrieb – Biogas und daraus Strom.

Geschäftsführer Christian Schmidt führte gestern die AZ über das Gelände, das sich direkt hinter den Rinderställen und Silos anschließt. In einem der Gebäude – dem Blockheizkraftwerk – steht der große 400-kW-Biogasmotor. Einen Raum weiter befindet sich der Steuerungscomputer, mit dem die Betriebsdaten abgelesen und aufgeschrieben werden können, beispielsweise die Temperatur und die Gasentwicklung.

Durch die Witterung haben sich die Arbeiten in Wöpel etwas verzögert, erläuterte Christian Schmidt. Prinzipiell laufe die Anlage, allerdings müssen noch einige Bereiche in Betrieb genommen werden.

So soll künftig ein Futterdosierer für Biomasse-Nachschub sorgen. Daran angeschlossen ist ein Förderband, welches Mais- und Grassilage sowie Futterreste in einen rundlichen Behälter mit Gülle befördert (siehe Abbildung oben). Dieser Hydrolyse genannte Schritt dient dem Zersetzen und dem Vorwärmen der Substrate. Über ein Rohr gelangt die Biomasse in eine Rotationsschneidpumpe und von dort in den Nassfermentierer, wo dann das Gas entsteht. Die Gärreste kommen nach Zwischenlagerung wieder aufs Feld. „Das stinkt in jeden Fall weniger als bei Gülle“, so Schmidt.

Nächste Woche sollen die Arbeiten fortgesetzt werden. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Die Nutzung der Abwärme zum Beheizen der Büro- und Sozialräume ist angedacht, aber momentan wetterbedingt noch nicht umsetzbar.

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