Großes Medieninteresse an rechten Schmierereien / Stadt ist auch am Tag 2 noch wie gelähmt

Salzwedel bundesweit im Fokus

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Die Männer vom Bauhof wussten gestern nicht, wo sie anfangen sollten. Weit mehr als 100 Hakenkreuze und Naziparolen hatten sie von den Wänden zu entfernen. Dieses Haus am Salzwedeler Lohteich war gerade gestrichen worden – zum dritten Mal, weil sich dort immer wieder Schmierer zu schaffen machen. Die Besitzerin denkt nun über ein Kunst-Graffiti nach.

Salzwedel. Auch am Tag 2 nach den rechten Schmierereien in der Innenstadt ist Salzwedel wie gelähmt.

Während Mitarbeiter von Bauhof und Ordnungsamt auch gestern pausenlos damit beschäftigt waren, die Hakenkreuze und Naziparolen von den Hauswänden zu wischen, legten Reporter aus ganz Deutschland den Finger in die Wunde. Durch das bundesweite mediale Interesse hat die Hansestadt traurige Berühmtheit erlangt. Focus online titelte zum Beispiel „Salzwedel: Eine Stadt versinkt in Naziparolen“.

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Bei Oberbürgermeisterin Sabine Danicke und bei der Polizei stand das Telefon gestern nicht still. Danicke fühlte sich in dieser Situation „sehr allein gelassen“, wie sie gegenüber AZ sagte. So sei Innen-Staatssekretär Ulf Gundlach, den sie statt des im Urlaub befindlichen Innenministers angerufen hatte, gestern um 9.30 Uhr noch nicht über die Vorgänge in Salzwedel informiert gewesen. Die Oberbürgermeisterin hat veranlasst, dass am Wochenende zwei Stadt-Bedienstete nachts Streife laufen.

Von Ulrike Meineke

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