Politiker müssen zuhören / Fünf-Säulen-Programm vorgestellt

„Grillen mit Stahlknecht“: CDU-Chef gehts um die Wurst

Salzwedels CDU-Chef Dr. Bernd Kwiatkowski (r.) moderierte das Gespräch mit Sachsen-Anhalts Parteivorsitzenden Holger Stahlknecht. Der entwickelte ein Fünf-Säulen-Programm.
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Salzwedels CDU-Chef Dr. Bernd Kwiatkowski (r.) moderierte das Gespräch mit Sachsen-Anhalts Parteivorsitzenden Holger Stahlknecht. Der entwickelte ein Fünf-Säulen-Programm.
  • Holger Benecke
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Salzwedel – Politiker müssen zuhören. Das forderte CDU-Landesvorsitzender Holger Stahlknecht während der Nominierung der Salzwedeler CDU-Kandidaten. Und das will er selbst nicht nur bis zur Wahl am 26. Mai tun und ein neues Format installieren.

„Grillen mit Stahlknecht“ soll die Veranstaltungsreihe heißen und auf Marktplätzen oder ähnlichen Orten laufen. Dort will er mit den Menschen ins Gespräch kommen und zuhören. „Dabei geht es nicht um Elektromobilität, Gender und was es noch so gibt“, sagte Stahlknecht, „sondern um die Probleme vor Ort. Und die sind regional sehr unterschiedlich. “ Auf dem Grill sollen die extra dafür entworfenen Würstchen eines sachsen-anhaltinischen Schlachters landen.

Neben Zuhören sei Zusammenhalt gefragt. „Dahin müssen wir erst einmal zurückkommen“, forderte Stahlknecht und zugleich ein öffentliches Streiten. „Keiner geht zum Beispiel in einen Sportverein, weil sich dessen Mitglieder streiten.“ Stahlknecht fordert weniger ich-, sondern mehr wir-bezogen zu handeln.

Das will der CDU-Chef auch seiner Partei ins Buch schreiben. Er blickte dabei auf den Stendaler Wahlskandal. Und zog eine ziemlich scharfe Bilanz. Wie man es auch drehen und wenden wolle: „Es war einer von uns“, ließ Stahlknecht es nicht an selbstkritischer Einschätzung fehlen.

Er nahm auch den Osterbruger Nico Schulz und andere, die sich nach dem Wahlskandal von den Christdemokraten abgewandt hatten, aufs Korn: „Wer etwas verändern und gewinnen will, tut das auf dem Spielfeld. Wer vom Platz geht und Leute beschimpft, gehört nicht mehr dazu.“

Die nächste Säule, die der Parteichef ansprach: Zukunft. Wir werden nicht dafür gewählt, was wir getan haben, sondern dafür, dass die Menschen uns zutrauen, ob wir in Zukunft etwas bewegen“, legte Stahlknecht seinen Salzwedeler Mitstreitern ans Herz. Medizinische Versorgung, organisierter Nahverkehr, bezahlbare Kita-Plätze, waren Themen, die er anschnitt, damit der ländliche Raum stark bleibt neben den Mittelzentren.

Weiter setzt Stahlknecht auf Zuversicht. Das Land habe von 1933 bis 1989 in Diktaturen gelebt und dann seien die Menschen aufgestanden und haben Sachsen-Anhalt in 30 Jahren wieder aufgebaut. Stahlknecht: „Das tun wir selbstbewusst. Ostbeauftragte brauchen wir nicht, wir brauchen keine Aufbauhilfe, die uns sagt, was Demokratie ist, und wie man einen Posten bekommt.“

Zum Abschluss sprach der CDU-Chef die Säule des Vertrauens an – mit einem Seitenhieb auf die SPD: „Die Sozis brauchen kein Vertrauen, die machen alles mit Kohle.“ Wer soll denn ein gesichertes Grundeinkommen bezahlen?, fragte Stahlknecht. „Für 2.000 Euro netto kann ich auch zu Hause bleiben. Da würde ich nie auf die Idee kommen, morgens um 9 Uhr auszustehen“, nannte er ein Beispiel. Ein anderes sei es, die Straßenausbaubeiträge abschaffen zu wollen. Das Land müsste dann rund 30 Millionen Euro ausgleichen – bei Neueinstellungen von Polizisten und Lehrern?

Oder bei Sportvereinen. Er habe als Sportminister mit zwei Millionen Euro über 100 Vereinen unter die Arme greifen können – das sei dann nicht mehr möglich. Und das seien erst zwei Millionen Euro.

VON HOLGER BENECKE

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