Von-der-Schulenburg-Epitaphe aus dem Kloster Dambeck sollen neue Heimat in der Stadt finden

Grabgedenken in der Mönchskirche

+
Dr. Gerhard Ruff engagiert sich seit einigen Jahren für den Erhalt der Epitaphe des ehemaligen Kloster Dambecks. Diese sollen in der Salzwedeler Mönchskirche eine neue Heimat finden.

Salzwedel. Ein Hinweisplakat, ein sogenanntes Roll-up, weist bislang in der Mönchskirche darauf hin, was dort Großes in den kommenden Jahren aufgestellt werden soll. Ein Bild aus dem frühen 20. Jahrhundert gibt eine genaue Vorstellung.

Der Förderverein zur Rettung der Epitaphe der ehemaligen Klosterkirche Dambeck und die Stadt Salzwedel haben sich darauf geeinigt, besagte Epitaphe an der linken Hälfte der Wand gegenüber des Eingangs der Mönchskirche zu installieren. Dies soll bis Mai 2020 geschehen. Zuvor sind umfangreiche Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen geplant.

Dr. Gerhard Ruff, Vorsitzender des Fördervereins, stellte den Fahrplan gestern Nachmittag in der Mönchskirche vor. Die weiteren Kosten belaufen sich auf 129 000 Euro. Das Geld dafür kommt aus EU-Mitteln (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung), vom Land, von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Altmark West und aus Privatspenden.

Ein Epitaph ist ein Erinnerungsmal an Verstorbene. Im konkreten Fall geht es um das jeweilige Grabgedenken an Werner und Albrecht von der Schulenburg, die beide im 16. Jahrhundert Landeshauptleute der Altmark waren. Als solche vertraten sie den Landesherrn in der Region. Die Epitaphe stammen aus den Jahren 1582 bzw. 1592 und befanden sich bis 1986 in der Klosterkirche Dambeck.

Dorthin könnten sie eines Tages wieder zurückgehen. Diese Möglichkeit müsse zumindest theoretisch bestehen, beschreibt Dr. Ruff das gesetzliche Prozedere. Für absehbare Zeit sei das allerdings ausgeschlossen, da die Kirche im Salzwedeler Ortsteil Amt Dambeck nicht die baulichen Voraussetzungen biete. Auf der Suche nach einem geeigneteren Standort habe der Förderverein schließlich die Mönchskirche gefunden und mit der Salzwedeler Stadtverwaltung einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.

Durch den prominenten Platz versprechen sich die Verantwortlichen ein gesteigertes Interesse an der Hansestadt. Denn die Epitaphe, immerhin bis zu acht Meter hoch, stammen aus der kunsthistorisch bedeutsamen Braunschweiger Werkstatt Seck / Röttger.

Die Epitaphe haben in den vergangenen 30 Jahren einiges durchgemacht. Nachdem die Klosterkirche 1977 geschlossen worden war, wurde das Interieur 1986 aus Schutz vor weiterem Vandalismus und Verfall herausgenommen und in den Jahren an verschiedenen Orten gelagert. Gleichzeitig ging es in das Eigentum der Kirchengemeinde Dambeck über. Mit den aktuellen Bautätigkeiten im Kloster Dambeck hat die Epitaphe-Aktion nichts zu tun.

Von Jens Heymann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare