Pensionierter Pastor sprach über die Botschaften der Sterbenden

Gottfried Mahlke: „Der Tod wird totgeschwiegen“

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Wie gebannt hörten die rund 50 erschienenen Gäste den offenen Worten des Gastredners zu.

Salzwedel. Während sich draußen das Leben in voller Frühlingspracht tummelte, fanden sich zahlreiche Interessenten im Familienhof Salzwedel ein, um sich mit einem eher tabuisierten Thema auseinander zu setzen.

„Was uns Sterbende zu sagen haben – die symbolische Sprache“ lautete der Titel des Vortrags von Gottfried Mahlke, einem pensionierten Pastor aus Luckau (Wendland).

In seinen Ausführungen beschrieb er, inwiefern Sterbende ihre Wünsche und Bedürfnisse auf einer indirekten Kommunikationsebene ausdrücken. „Viele hilflose Angehörige reagieren auf Aussagen und Fragen der Todkranken nur innerhalb der Informationsebene. Vielmehr sollten sie jedoch gefühlsmäßig mitschwimmen, um die versteckten Botschaften zu entschlüsseln,“ erklärte der erfahrene Pfarrer.

Kein leichtes Unterfangen, da sich Menschen, und seien es auch direkte Angehörige, selten emotional mit dem Tod beschäftigen wollen. Da mittlerweile 90 Prozent der Menschen in Altersheimen oder Institutionen sterben, werde in der heutigen Zeit und Kultur der Tod nicht mehr als Teil des Lebens betrachtet, sondern buchstäblich totgeschwiegen.

Nach dem interessant gestalteten Vortrag stand Gottfried Mahlke noch für Fragen und Beiträge seiner Zuhörer zur Verfügung und berichtete authentisch über eigene Praxiserfahrungen.

Von Mirjam Benecke und Sandy Baumbach

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