Hastiger Sprung über hohe Hürde

Glasfaser-Ausbau: Nur noch wenige Wochen bis Stichtag

Glasfaserleitungen für schnelles Internet.
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Glasfaserleitungen für schnelles Internet.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Bis Ende April will Internetversorger Avacon Connect in Salzwedel für den geplanten Glasfaserausbau eine 40-prozentige Anschlussquote sicher haben. Eine hohe Hürde, wie sich herausstellt.

Salzwedel – Unaufhaltsam rückt der 30. April näher. Nicht nur der Monat nimmt dann sein Ende, sondern auch der Zeitraum, bis zu dem der Internetanbieter Avacon Connect die 40-Prozent-Anschlussquote in der Einheitsgemeinde Salzwedel erreichen will. Vom „finalen Glasfaser-Countdown“ ist in einer Mitteilung die Rede, von der letzten Möglichkeit, einen kostenlosen Glasfaseranschluss zu erhalten.

Glasfaser-Endspurt

In den Ortschaften wird nun Gas gegeben. In Riebau und Jeebel sollen die Einwohner per Zettel vorinformiert werden, auch in anderen Dörfern kommt das Thema demnächst auf die Tagesordnung – so beispielsweise in Andorf und Henningen. In Riebau soll es eine Vor-Ort-Freiluft-Veranstaltung geben, natürlich noch im April, denn die Zeit drängt. Mit der dritten Online-Bürgerveranstaltung an diesem Freitag, 9. April, zwischen 17 und 19 Uhr (avacon-breitband.de/live) will Avacon Connect selbst noch Fragen klären und für den Ausbau werben.

Quote eine hohe Hürde

Mit „sehr positiver Annahme“ wird Salzwedels Werbegemeinschaftschef Jost Fischer in einer Pressemitteilung bezüglich der Zusammenarbeit mit Avacon Connect zitiert. Hinter vorgehaltener Hand sind die Stimmen jedoch ernüchternder. Die 40-Prozent-Quote scheint eine hohe Hürde zu sein. In Pretzier etwa würden die Menschen eher zurückhaltend reagieren, erfuhr die AZ aus informierten Kreisen.

Das kann mehrere Gründe haben. So ist nicht jedes Dorf unterversorgt, zumindest nicht in den Augen von Einwohnern. Wer über Internet verfügt und noch nicht an die Grenzen der Bandbreite gestoßen ist (beispielsweise durch hochauflösendes Streaming), dürfte nur schwer zum Abschluss eines Vorvertrags zu bewegen sein.

Verfügbarkeit verwirrt

Für weitere Irritationen sorgt die Online-Verfügbarkeitsprüfung von Avacon Connect selbst. Dort können Interessierte nachschauen, ob ihre Adresse in der Liste auftaucht. Tut sie nämlich häufig nicht. So will der Riebauer Ortschaftsrat die Einwohner vom Glasfaserausbau überzeugen. Für Jeebel scheint es keine Probleme zu geben – mit 32 gelisteten, ausbaufähigen Hausnummern dürfte das ganze Dorf abgedeckt sein. Für Riebau sieht die Sache jedoch anders auf. Dort gehen die Hausnummern bis in den 70er-Bereich, möglich ist der Glasfaseranschluss laut Verfügbarkeitsprüfung allerdings nur für ganze sechs Haushalte.

Interesse zählt genauso

Darauf solle man sich nicht versteifen, sagt hingegen Vermarktungspartner Carsten Jürschick. Zum einen seien die Adressen nicht komplett, zum anderen gehe es auch darum, ein generelles Interesse zu bekunden. „Wenn in einem Dorf genügend zusammenkommt, etwa 60 bis 70 Prozent, dann wird da auch etwas gemacht“, so Jürschick zur AZ. Er nehme jedenfalls alle Anträge entgegen.

Extra-Ausbau nebenbei

In der Verfügbarkeitsprüfung tauchen außerdem Straßen von sogenannten weißen Flecken auf, also Orten, in denen sich kein rein privatwirtschaftlicher Ausbau zu lohnen scheint. Dazu zählt etwa die Ortschaft Chüden. Der dortige Ausbau soll unabhängig von einer 40-Prozent-Quote laufen und wird zum größten Teil mit Fördermillionen finanziert. Diese Einwohner bekommen den Glasfaserausbau also ohnehin. Im Gegensatz zu Dörfern wie Barnebeck, die laut Ortsrat einen Ausbau wollen, aber zunächst außen vor sind.

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