Wer den Geschäftsbericht 2017 liest, findet einige interessante Fakten

Gläserne Sparkasse

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Die Sparkasse Altmark West (abgebildet ist der Hauptsitz an der Wallstraße in Salzwedel) ist einer der größten Arbeitgeber der Region. Der aktuelle Geschäftsbericht zeigt das Innenleben des Geldhauses auf.

Altmark. Hand aufs Herz: Wer liest eigentlich Geschäftsberichte von Unternehmen? Meist aufwendig erstellt, wandern sie oftmals schnell zu den Akten.

Dabei würde sich mancher Blick durchaus lohnen. So wie beim aktuellen Rückblick der Sparkasse Altmark West auf das Jahr 2017. Dabei ist es weniger interessant, dass die Bilanzsumme 928 Millionen Euro betrug oder dass es im Kreisgebiet 24 Kontoauszugsdrucker gibt.

Die echten Informationen beginnen dort, wo es ums Geld eines jeden Einzelnen geht. Wie viel der Nachbar auf dem Konto hat – das weiß freilich nur die Bank selbst, aber Durchschnittswerte lassen sich trotzdem gut herauslesen und -rechnen. Zur Erinnerung: Stichtag ist immer der 31. Dezember 2017.

Das Sparbuch ist nach wie vor beliebt: Die 67 560 Kunden der Sparkasse haben 384 Millionen Euro angesammelt – macht 5684 Euro pro Person. Lässt man die Firmen weg, sind es sogar 6036 Euro. Rund 379 Millionen Euro liegen auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten. Macht in der Summe durchschnittlich rund 11 400 Euro pro Sparkasse-Kunde.

Weitaus weniger beliebt sind Aktien und andere Wertpapiere. Davon besitzen die Menschen in der westlichen Altmark vergleichsweise geringe 138 Millionen Euro, umgerechnet 2042 Euro pro Kunde. Noch geringer fällt das Bausparvolumen aus: 21,4 Millionen Euro bzw. 317 Euro.

Wer sich schon immer gefragt hat, was ein Mitarbeiter der Sparkasse jährlich verdient, sollte ebenfalls in den Geschäftsbericht schauen. Das Kreditinstitut rechnete dies für die AZ auf Nachfrage aus und nannte ein Durchschnittseinkommen von 44 230 Euro. Dazu sei gesagt: Die Chefetage dürfte wesentlich mehr haben, die Azubis weniger.

Die Sparkasse selbst verfügte Ende 2017 über rund 9,4 Millionen Euro Bargeld – verteilt auf die Geschäftsstellen, Geldautomaten und den Tresor. Weitere 8,4 Millionen Euro lagern übrigens bei der Bundesbank. Um dieses Geld abzuholen, müsste Sparkasse-Vorstandschef Ulrich Böther kein Flugzeug mieten, sondern könnte die 44,8 Kilogramm (200-Euro-Scheine) mit zwei Händen heraustragen.

Von Jens Heymann

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