Regenwasserentsorgung: Wer Verbandskanäle nutzt, muss dafür bezahlen

„Es gibt keinen Anschlusszwang“

Blick über Salzwedels Dächer: Im Stadtgebiet muss bereits seit Jahren für Regenwasser bezahlt werden, wenn dies in Kanäle des VKWA fließt. Nun wird dieses Prinzip auf die übrigen Orte ausgeweitet.
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Blick über Salzwedels Dächer: Im Stadtgebiet muss bereits seit Jahren für Regenwasser bezahlt werden, wenn dies in Kanäle des VKWA fließt. Nun wird dieses Prinzip auf die übrigen Orte ausgeweitet.

Salzwedel. Was im Salzwedeler Stadtgebiet bereits üblich ist, betrifft in Zukunft auch die übrigen Orte im Gebiet des Verbandes Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (VKWA).

Grundstücksbesitzer, die Regenwasser von ihren Hausdächern und versiegelten Flächen in Mischwasserkanäle leiten, müssen bezahlen. Dies gilt auch, wenn das nasse Element über Gehweg oder Gosse in den Gully läuft. „Einen Anschlusszwang wird es nicht geben“, stellte VKWA-Geschäftsführer Jens Schütte gestern gegenüber der AZ klar. Heißt: Wer die Möglichkeit hat, dass Wasser auf eigenen Flächen versickern zu lassen oder mit Hilfe einer Zisterne gezielt zu nutzen, kann dies ohne weiteres machen. Dies muss aber nachgewiesen werden.

„Wir gehen nach dem Ist-Zustand“, erklärte Axel Gehlhaar, Geschäftsführer der Magdeburger WST GmbH. Eventuelle Umbauplanungen werden erst berücksichtigt, wenn diese umgesetzt sind. Das Unternehmen hat Erfahrung mit der Thematik und wird die Umstellung für den Salzwedeler Verband übernehmen. Etwa 1250 Grundstückbesitzer bekommen Post mit Anschreiben, Fragebogen und Luftbild. Anhand dieser gilt es die Flächen, von denen Wasser in die Kanäle läuft, innerhalb einer Frist anzugeben. Die Eigentümer müssen die genauen Quadratmeterzahlen aber nicht selbst ausmessen.

Wer unsicher ist, kann sich an eine Hotline der Firma wenden. Die Nummer steht in den Briefen. Mitarbeiter werden Betroffenen wenn nötig Schritt für Schritt helfen. Zusätzlich gibt es einen Sprechtag. Wer eine Beratung haben möchte, kann am Dienstag, 1. Juli, von 13 bis 18 Uhr beim Verband vorbeischauen. Dieser hat seinen Sitz in Salzwedel, Schäferstegel 56. Jens Schütte geht davon aus, dass die Regeln für die Entsorgung von Regenwasser ab dem 1. Januar 2015 gelten werden. Den genauen Termin legt aber die Verbandsversammlung fest.

Auch wenn in Salzwedel bereits gezahlt wird, kann es dort Änderungen geben. Denn im nächsten Jahr gilt es die Daten vom Stadtgebiet ebenfalls mit der Hilfe der aktuellen Luftbilder auf den neusten Stand zu bringen. Der VKWA hat festgestellt, dass abgeklemmte Leitungen zwar gemeldet werden aber kaum neue. Jens Schütte wies gestern darauf hin, dass die Umstellung vor allem erfolgt, um die anfallenden Kosten auf „breitere Schultern“ zu verteilen.

Von Christian Ziems

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