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Gestern war der Tag der Motorsäge

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Von: Holger Benecke

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Motorsägenführer waren gestern bei den Feuerwehren in der Region die gefragtesten Männer. © Benecke, Holger

Orkan „Ylenia“ fegte und fegt in Abständen immer noch über die Altmark. Für die Freiwilligen der Feuerwehren war das wieder ein harter Arbeitstag bzw. eine harte Arbeitsnacht. Im Altmarkkreis waren es gestern bis 15.30 Uhr 86 Einsätze, von denen die Hauptlast – 32 Stück – im Bereich Gardelegen getragen wurde.

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Kleinholzmachen war nötig, um die Straßen freizubekommen. © Benecke, Holger
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Gefahr für ein Wohnhaus in Reddigau. © Privat
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In Reddigau war eine Tanne auf ein Gebäude gestürzt. Diesdorfs Wehr ging vorsichtig zu Werke. © Privat
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Feuerwehrleute stehen bereit, um einzugreifen. Die Gefahr in Reddigau ist gebannt. © Privat

Salzwedel / Diesdorf / Arendsee – Die Wehren im Bereich Beetzendorf-Diesdorf mussten 26 Mal ausrücken. Dabei stand die Diesdorfer Wehr im Brennpunkt. Kurz vor 3 Uhr ging es bei ihnen los. Bis 14.30 Uhr waren sie im Einsatz. Einige Kameraden standen bis zu zwölf Stunden in ihren Einsatzstiefeln und waren froh, dass der Orkan nachgelassen hatte. „Wir hoffen, dass es heute nicht ganz so stressig wird“, sprach Diesdorfs Vize-Wehrchef Christopher Brauer die Gedanken seiner Männer aus.

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Zwischen Diesdorf und Dähre musste die Landesstraße 8 von den Ehrenamtlichen geräumt werden. © Privat
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Kleinholz an der Baumsperre: der zweite Nachteinsatz auf der L 8 zwischen Diesdorf und Dähre. © Privat
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Die Landesstraße 8 von Diesdorf in Richtung Wittingen wird freigeräumt. © Privat
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Diesdorf: Ein Baum drohte auf ein Gebäude zu stürzen. © Privat
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Die Jungen und Mädchen aus dem Ferienhort „Pedro und Janina“ erlebten Feuerwehr live. © Benecke, Holger

Die Salzwedeler Feuerwehren bewältigten neun Einsätze, die Arendseer vier. In der Hauptsache waren Bäume, in Rustenbeck auch mal eine Gartenhütte von den Straßen zu räumen.

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Auf dem Perver-Grundschulhof in Salzwedel hatte der Sturm eine alte Kastanie entwurzelt. Der Baum war vor ein geparktes Auto gestürzt. © Benecke, Holger

„Wir sind noch nicht an der Grenze“

Zum Vergleich: Beim Sturmtief „Nadja“ Anfang Februar hatten die Wehren im Kreis 72 Einsätze mit Bravour bewältigt. Auch damals standen die Ehrenamtlichen in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf mit 23 Einsätzen an der Spitze. Im Bereich der Einheitsgemeinde Salzwedel waren es 21. „Es ist nicht so schlimm wie vergangenes Mal“, kommentierte Mario Müller, der in der Hansestadt für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig ist. Und setzte hinzu: „Wir sind noch nicht an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit angekommen.“

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Der Beetle kam mit vergleichsweise wenigen Blessuren davon. © Benecke, Holger

Es waren nirgends Verletzte zu beklagen. Zum spektakulärsten Einsatz in Salzwedel wurde die Wehr am Vormittag um 8.57 Uhr an die Perver-Grundschule gerufen. Dort war eine alte Kastanie, die auf dem Schulhof stand, in Richtung Hort „Pedro und Janina“, in dem sich gerade die Ferienkinder aufhielten, gestürzt. Der Baum war auf der Fahrbahn aufgeschlagen – direkt vor ein dort abgestelltes Auto einer Mitarbeiterin. Glücklicherweise saß sie nicht in ihrem Pkw, der nur wenig Blessuren davongetragen hatte. „Der Wagen ist erst vor zwei Monaten aus der Lackierung gekommen“, sagte die Frau, als sie ihren Beetle wegfuhr.

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Salzwedels neuer Feuerwehrchef, André Diessl (l.), packte mit zu. © Benecke, Holger

Der Einsatzreigen begann, als die Salzwedeler Wehr um 0.12 Uhr zu einem Einsatz zum alten Chemiewerk gerufen wurde. Dort war ein Baum auf einen Nebenweg gestürzt, der kaum benutzt wird. Die Wehr sperrte den Weg ab.

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An der Niephagener Brücke musste eine gesplitterte Buche gefällt werden. Der Baum drohte auf die L 8 zu stürzen. © Privat

Gefahr für Landesstraße: Gerstedter griffen ein

Um 8.34 Uhr ging es dann mit Drehleiter und Rüstwagen zur Hilfeleistung nach Niephagen. An der dortigen Brücke der Landesstraße 8 war eine große Buche gesplittert und drohte umzustürzen. Um mögliche Gefahren abzuwenden, war Gerstedts Wehrleiter Christoph Rodewohl mit vier seiner Mannen angerückt, die Tylsener verstärkten die Einsatzgruppe mit einem Quartett und Salzwedel schickte ebenfalls vier Kameraden. Denn der gesplitterte Baum musste mit Seil und Winde heruntergezogen werden, bevor er selbst und unkontrolliert auf die Landesstraße stürzen konnte.

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Zwischen Zühlen und Arendsee räumten Feuerwehrleute umgestürzte Bäume von der Kreisstraße 1012. © Privat
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Das Hindernis muss weg: Feuerwehrleute aus Arendsee und Zühlen griffen zur Kettensäge. © Privat

Kurz nach 11 Uhr rückten Zühlener und Arendseer Feuerwehrleute sowie Mitarbeiter der Straßenmeisterei aus, um mehrere umgestürzte Bäume von der Kreisstraße Arendsee-Zühlen zu räumen.

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