Geschichte kann Spaß machen

Die 6 d produzierte gestern Schuhe, wie sie die Langobarden trugen. Josefine Reichel, die ausnahmsweise auf dem Tisch sitzen durfte, hat schon einen fertig.

Salzwedel - Von Ulrike Meineke. Auch wenn es manch Schüler nicht glauben mag – Geschichte kann Spaß machen. Den Beweis lieferten gestern die Jahnschüler der 6 d und ihre Geschichtslehrerin Marika Möllerke.

„Ich wollte den Unterricht anschaulicher machen, die Alltagsgeschichte verdeutlichen“, begründet Marika Möllerke. Wieviel Vorbereitung das Basteln von historischem Schuhwerk gekostet hat, konnten die geschichtsinteressierten Schüler gestern wohl nur erahnen. „Die Materialbeschaffung war das größte Problem“, erklärt die Lehrerin im AZ-Gespräch. Ohne die Hilfe der Familie Kulessa aus Lohne, die das Leder für 52 Schuhe bereitstellte, ohne die Beratung und Scheren vom Schuhhaus Behrens Salzwedel sowie das Wissen des Zethlinger Schusters in Rente Kuhfahl, der mit Ratschlägen und Schablonen zur Seite stand, wäre es nicht gegangen.

26 Paar Schuhe, wie sie die Langobarden früher getragen haben, entstanden gestern im Jahn-Gymnasium. Das war nicht die erste Aktion für anschaulichen Unterricht. Schauspielerisches Talent haben die Schüler, die von ihrer Lehrerin als äußerst wissbegierig gelobt werden, schon in der fünften Klasse bewiesen. Damals spielten sie das Athener Scherbengericht nach, bildeten Fraktionen, werteten Charaktereigenschaften und ritzten dies in Scherben – Basisdemokratie am Beispiel. Gekrönt wurde die Aktion mit Gewändern aus Bettlaken.

Nicht nur, dass die Kinder ihre gestern gefertigten Schuhe mit nach Hause nehmen konnten – ganz spontan entstand die Idee, dass die 6 d zum Fasching als Römerkarawane antreten könnte. Das dürfte sicher auch Klassenlehrerin Monika Semrok freuen, die den anschaulichen Geschichtsunterricht dieser „tollen Klasse“ ausdrücklich unterstützt.

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