Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr

Gerstedter Brandschützer: Altes Gerätehaus ist Streitpunkt

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Viel Kritik bei der Jahreshauptversammlung. Wehrleiter Christoph Rodewohl (l.) spricht Gerätehaus an. Zum Ende der Versammlung wurden Fünf der Kameraden befördert und vier für ihr Engagement geehrt.

Salzwedel – Es war ein turbulentes aber auch erfolgreiches Jahr, verkündete der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Gerstedt Christoph Rodewohl bei der Jahreshauptversammlung am Freitag in Klein Gerstedt.

Er sprach das Erreichte, aber auch Kritikpunkte beim Rechenschaftsbericht an.

Begonnen wurde mit einem traurigen Anlass. Der Kamerad Jochen Kersten verstarb vor kurzer Zeit. Er hätte in diesem Jahr 66 Dienstjahre bei der Freiwillige Feuerwehr voll gehabt.

Ein großes Thema bleibt und ist das Gerätehaus. „Sechs Jahre sind ins Land gegangen und wir sind immer noch nicht einen Schritt weiter gekommen“, sagte Rodewohl. Eine Lösung der Stadt sei der Brandschutzbedarfsplan, doch dem Wehrleiter stellt sich die Frage: „Wie soll die Umsetzung dieses Brandschutzbedarfsplanes finanziert werden?“

Zudem bedaure Rodewohl, mit Gerätehäusern, die jeglichen Unfallverhütungsvorschriften widersprechen und Fahrzeugen, die straff auf die 30 Jahre zugehen und somit kurz vor dem Erhalt des H-Kennzeichens stehen, lassen sich nur schwer neue Mitglieder gewinnen. Bürgermeisterin Sabine Blümel, die mit in der Jahreshauptversammlung saß, war nicht gerade erfreut dieses zu hören. „Ich sage nichts mehr zu diesem Thema“, äußerte sie sich. „Ich stehe hinter unseren Feuerwehren und bedanke mich für ihr großes Engagement.“ Im Februar stehe zu dem Vorhaben Brandschutzbedarfsplanes weitere Gespräche an.

Noch ein Kritikpunkt des Wehrleiters war, dass der Altmarkkreis Salzwedel sich von dem Lehrgang „Brandbekämpfung im Brandübungshaus“ in Heyrothsberge zurückgezogen hat. „Wir sparen an der Sicherheit unserer Kameraden“, machte Rodewohl deutlich. Daher empfinde er es als zwingend notwendig, den Mitglieder der Wehr den Lehrgang oder das Üben an einem Brandcontainer zu ermöglichen.

Die Gerstedter Feuerwehr gehört mit ihrem Altersdurchschnitt von 33,5 Jahren mit zu den jüngsten im Altmarkkreis Salzwedel und zählt 36 Mitglieder. Davon stehen 19 Kameraden im aktiven Dienst, 17 Mitglieder gehören der Alters- und Ehrenabteilung an. „In der Einsatzabteilung konnten wir mit Michael Splett einen neuen Kameraden in unseren Reihen begrüßen“, sagte Rodewohl. „Den Kameraden Arne Maslock mussten wir aus gesundheitlichen Gründen vom aktiven Dienst verabschieden.“ In das Amt des stellvertretenden Wehrleiters wurde Michael Schulze gewählt.

Insgesamt zählten die Gerstedter im vergangenen Jahr sieben Einstätze, zu denen sie angefordert wurden. Besonders erwähnt wurde der Großbrand in Kricheldorf und der Verkehrsunfall zwischen Klein Gerstedt und Bombeck. „Bedauerlicherweise konnten wir bei dem Verkehrsunfall nur noch eine leblose Person bergen und mussten erstmalig so eine Erfahrung machen“, schilderte der Wehrleiter. Das weitere Einsatzgeschehen gliederte sich in drei Brand- und vier Hilfeleistungseinsätze auf. Auch wenn es ein heißer Sommer war, sei die Region vor Wald- und Flächenbränden verschont geblieben.

VON PAUL WILLIAM HIERSCHE

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