Neuer Zeitplan geht von mindestens Jahresende aus / Stendaler Justiz unterstützt weiterhin

Gerichtsumbau dauert länger

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Das Amtsgericht Salzwedel bleibt bis mindestens Jahresende eine Baustelle. Größere Prozesse laufen daher weiterhin in Stendal.

Salzwedel. Der Umbau des Amtsgerichts Salzwedel wird mindestens bis Ende des Jahres andauern. Dies ergaben Recherchen der AZ.

Im Fokus steht dabei der ältere Gebäudeteil an der Burgstraße und dort wiederum der Dachstuhl. Dessen Sanierung hat zur Folge, dass alles abgeschaltet und die darunter befindlichen Räume inklusive der Gerichtssäle geräumt werden bzw. es bereits sind.

Im Laufe der Geschichte diente das Gebäude als Stadtarchiv, Arrestkammer, Lazarett sowie als Versammlungssaal. Seit 1855 wird der Backsteinbau als Justizgebäude genutzt. 

Dabei ist der Dachstuhl keine neue Baustelle. Schon vor einigen Jahren wurde festgestellt, dass sich Hausschwamm, ein Holzschädling, im Gebälk ausgebreitet hatte. Was lange Zeit unbemerkt geblieben war, da die Räume im Dachgeschoss als Archiv genutzt wurden. Entsprechende Sanierungsmaßnahmen sind zwischenzeitlich zwar getroffen worden, doch dafür ging wiederum manche historische Substanz verloren.

Solange die Bauarbeiten im Salzwedeler Amtsgericht andauern, werden größere Prozesse weiterhin am Landgericht Stendal verhandelt. Dieses halte alle baulichen Voraussetzungen etwa für Haftvorführungen vor, um einwandfreie Verhandlungen zu gewährleisten, so Pressesprecher Dr. Michael Steenbuck sinngemäß. Der überwiegende Teil der Prozesse läuft aber weiterhin in Salzwedel, lediglich in einem anderen Haus.

Neben den Sanierungsmaßnahmen soll außerdem ein moderner Verbindungsbau zwischen den Gebäuden am Amtsgericht entstehen. Alles in allem investiert das Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt rund 1,5 Millionen Euro in den Standort Salzwedel.

Ursprünglich war eine Bauzeit von zirka sechs Monaten eingeplant gewesen; dieser Zeitrahmen kann nun nach neueren Erkenntnissen der Verantwortlichen nicht mehr eingehalten werden.

Von Jens Heymann

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