Nach Beziehungsende eskalierte Gewalt

Im Gericht: 35-jähriger Salzwedeler soll Ex-Partnerin misshandelt haben

Salzwedel – Stundenlang ist in der vergangenen Woche im Salzwedeler Amtsgericht ein Fall von körperlicher Misshandlung sowie ein zusammenhängender Einbruch verhandelt worden. Der Prozess verlangte von allen Beteiligten viel ab, vor allem Geduld.

Worum es ging: Ein heute 35-jähriger Deutsch-Kasache aus Salzwedel soll Anfang April 2019 versucht haben, seine ehemalige Lebensgefährtin mit einem Seil zu erdrosseln. Drei Monate später, im Juli, sei er erneut in das ehemals gemeinsame Haus in der Hansestadt eingebrochen, so die Anklageschrift.

Vor Gericht kamen der Angeklagte selbst, sein 14-jähriger Sohn, dessen 35-jährige Mutter (Ex-Lebenspartnerin) sowie deren Verwandtschaft zu Wort. Der Mann und die Frau hatten sich nach 15 gemeinsamen Jahren auseinandergelebt; 2018 soll es zum Bruch zwischen den beiden gekommen sein. Mit den nun juristisch verfolgten Vorfällen im nachfolgenden Jahr.

Er habe sie im April 2019 auf der Hausterrasse an den Haaren gepackt und ins Haus gezogen, schilderte beispielsweise die ehemalige Lebenspartnerin des Angeklagten. Dann hätte er ihr Telefon gegen weggeworfen, sie beschimpft und viermal geschlagen. Zum Schluss zog er ein Seil heraus, um sie es ihr um den Hals zu legen, beteuerte die Frau. „Ich mache dich tot und dann mich selbst“, soll der Mann zu ihr gesagt haben. Später tauchte ihre Verwandtschaft auf.

Im Juli soll der Angeklagte, der mittlerweile in der Nähe bei seiner Mutter wohnte, nochmals im Garten aufgetaucht sein. Er hätte kurz mit seinem Sohn geredet, sagte er aus. Dieser wiederum erklärte, sich vor ihm versteckt zu haben. Stundenlang ging es vor Gericht darum, ob der Angeklagte nun im Haus gestanden habe oder nicht.

Der 35-Jährige selbst sprach von einem Komplott der Familie seiner Ex gegen ihn. Mit dem Geld seiner Mutter hätten er und seine Partnerin zwar das Haus gekauft, sie habe ihn aber nicht als Miteigentümer gewollt. Danach sei er gezielt aus der Immobilie herausgedrängt worden; Schriftliches über den Geldtransfer gebe es aber nicht. Er sei drogensüchtig und aggressiv, konterte die ehemalige Partnerin vor Gericht. Der Prozess geht am morgigen Dienstag weiter – dann könnte es ein Urteil geben. (hey)

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