Gerhard Schulz gibt Hähnchenmastpläne auf

Gerhard Schulz mit einem Plan der Biogasanlage, die derzeit auf einem Grundstück hinter seinem Hof in Dambeck gebaut wird. Mit der Abwärme sollte eine Hähnchenmastanlage betrieben werden. Nun ist der Landwirt pleite.Grafik: Archiv / Köhler

Dambeck - Von Jens Heymann. Für den Dambecker Landwirt Gerhard Schulz war es nach dem Ende seiner Milchkuhhaltung im April des vergangenen Jahres das rettende Ufer: Eine Biogasanlage, mit deren Abwärme eine Hähnchenmastanlage betrieben werden könnte. Doch die Dambecker kämpften verbittert dagegen an. Nun hat Schulz das Handtuch geworfen.

Seit Juli ist der Landwirt offiziell insolvent. Er sei in Zahlungsschwierigkeiten gekommen, erklärte Gerhard Schulz gestern gegenüber der AZ. „Es kam alles zusammen: die Bürgerinitiative gegen die geplante Hähnchenmastanlage und die Aufmerksamkeit durch die Öffentlichkeit“, so der Dambecker. Durch den anhaltenden Druck seien Gläubiger verunsichert worden und schließlich abgesprungen. „Hähnchenmast und Biogas wären für meine Familie und mich die Rettung gewesen“, meint der Landwirt, der seine Rinderhaltung im Frühjahr 2009 aufgrund zu niedriger Milchpreise aufgegeben hatte.

Nun sei der Dambecker definitiv aus dem Spiel, der niedersächsische Investor eeMaxx Energy Systems, mit dem er zusammen die Biogas- und die Hähnchenmastanlage betreiben wollte, auf sich allein gestellt, teilte Schulz mit. Auf Nachfrage der AZ wollte

eeMaxx-Geschäftsführer Stefan Frerichs seinerseits keine Aussage über die Zukunft der Hähnchenmastpläne machen.

Während dessen wird die Biogasanlage weitergebaut. Bis Jahresende sollen die Arbeiten daran beendet sein, bestätigte Stefan Frerichs.

Das Insolvenzverfahren gegen Gerhard Schulz dauert an. Wie es weiter geht, darüber konnte der Landwirt gestern keine Angaben machen.

Die geplante Hähnchenmastanlage war seit einer Andeutung durch Frerichs von Beginn an auf massiven Widerstand in Dambeck und Brewitz gestoßen. Als sich bei einer Ortschaftsratssitzung auch die Ratsherren dagegen aussprachen, trat Gerhard Schulz von seinem Bürgermeisteramt zurück. Ein Bauantrag für die Mastanlage wurde indes noch immer nicht gestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare