Eigentümer sind das Problem

Gerangel: Radweg vom Warthekreisel nach Kuhfelde wird seit 13 Jahren geplant

An einem Radweg neben der B 248 – zwischen dem Warthekreise und Kuhfelde – wird seit 13 Jahren geplant. Bauverhinderer sind Landeigentümer, die ihren Grund dafür nicht verkaufen wollen.
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An einem Radweg neben der B 248 – zwischen dem Warthekreise und Kuhfelde – wird seit 13 Jahren geplant. Bauverhinderer sind Landeigentümer, die ihren Grund dafür nicht verkaufen wollen.
  • Holger Benecke
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Salzwedel / Kuhfelde – „Wir erwarten noch in diesem Jahr den Planfeststellungsbeschluss, mit dem wir in die Grundstücksverhandlungen gehen können“, sagt Manfred Krüger, Regionalleiter der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) in Stendal.

Es geht – wieder einmal – um den die Bundesstraße 248 begleitenden Radweg vom Warthekreisel nach Kuhfelde.

Das Gerangel um diesen Radweg geht schon lange. Genauer gesagt seit 2006. Immer wieder musste ein möglicher Termin hinausgeschoben werden. Im Jahr 2015 stand der Radweg sogar auf Platz 34 der Prioritätenliste des Landes für den Radverkehrswegeplan.

Doch dann musste aufgrund neuer Vorschriften und Richtlinien der Plan noch einmal überarbeitet werden. Knackpunkt sind dabei von Anfang an einige Eigentümer, die ihre Flächen für den Radweg nicht herausrücken wollen. Denn für den Bau muss die LSBB rund 32.970 Quadratmeter Grund und Boden kaufen.

Ende 2015 leitete die Behörde ein Baurechtsverfahren ein. Nun hofft Krüger, dass er einen Beschluss dazu noch in diesem Frühjahr bekommt. Doch damit kann die LSBB immer noch nicht bauen. Aber:

„Denn diesen Baurechtsbeschluss können wir für Enteignungen nutzen“, spielt Krüger auf den Knackpunkt an. Wenn Eigentümer benötigte Flächen nicht oder nicht zu den marktüblichen Bedingungen verkaufen wollen, klärt das Verfahren, ob der Gemeinnutz über dem Eigennutz steht. Erst dann kann die LSBB mit dem Baurechtsbeschluss arbeiten.

Einen ähnlichen Fall gab es vor Jahren mit dem die B 71 begleitenden Radweg von Salzwedel nach Mahlsdorf. Dieser endete zunächst am Abzweig nach Benkendorf und die Radfahrer mussten dort abbiegen, um gewissermaßen von hinten durch Mahlsdorf zu fahren.

Doch zurück zum geplanten Radweg an der B 248 vom Warthekreisel nach Kuhfelde: Dieser soll rund fünf Kilometer lang und 2,5 Meter breit werden und ist mit etwa 1,5 Millionen Euro Kosten veranschlagt. Neben dem Regionalbereichsleiter pochen auch die Kuhfelder Gemeinderäte immer wieder auf den dringend benötigten Radweg. Stichwort: Entflechtung des Straßenverkehrs. Denn vor allem Schulkinder sollen mit ihren Fahrrädern von der Bundesstraße, will nicht nur Manfred Krüger. Doch eine einvernehmliche Klärung mit den Landeigentümern sei bislang gescheitert.

Selbst wenn der Baurechtsbeschluss in diesem Frühjahr gefällt werden sollte, bleibt immer noch offen, wann mit dem eigentlichen Bau begonnen werden kann.

Damit nicht genug: Es fehlt dann auch noch der Lückenschluss des die B 248 von Salzwedel bis zur Landesgrenze und weiter begleitenden Radweges. Zwischen Kuhfelde und Rohrberg klafft dann noch immer ein Loch. LSBB-Chef Krüger winkt zu diesem Abschnitt nur ab: „In weiter Ferne.“ Und ergänzt nach einem Blick in seine Unterlagen: „Position 171 auf der Prioritätenliste.“

VON HOLGER BENECKE

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