Nutria mit Lebendfalle gefangen / Vater und Sohn leugnen Tat / „Aussage gegen Aussage steht, heißt das noch längst nicht Freispruch“

Gemeinsames Hobby: Wilderei

akr / klü Salzwedel. Der Richter vermerkte positiv, dass die Angeklagten ein gemeinsames Hobby haben, leider das falsche. Vater und Sohn mussten sich wegen Verletzung des Jagdrechtes verantworten.

Die beiden Männer, die sich wegen Wilderei vor Richter Klaus Hüttermann im Amtsgericht Salzwedel wiederfanden, hatten schon einiges auf dem Kerbholz. Nun gesellt sich für Vater und Sohn noch eine Urteil dazu.

Im Gericht

Im April vergangenen Jahres wurden sie beim Aufstellen einer Lebendfalle in Henningen auf frischer Tat ertappt. Der erste Zeuge schilderte die Situation äußerst emotionslos, wie die Staatsanwältin betonte: Demnach bemerkten die Angeklagten den Zeugen und versuchten die Falle zu verstecken. Diese wurde durch den hinzugerufenen Jagdpächter und die Polizei dennoch entdeckt. Die gefangene Nutria konnte in die Freiheit entlassen werden.

Vater und Sohn bestritten eine Beteiligung. „Wie können Sie solch eine Lüge erzählen“, fragte der 58-Jährige den Zeugen aufgebracht. Er beharrte darauf, am entsprechenden Tag gar nicht im Ort gewesen zu sein. Der zuständige Jagdpächter, der in der Verhandlung als zweiter Zeuge aufgerufen wurde, gab an, den 27-Jährigen auf seinem Fahrrad gesehen zu haben. Er sei dort „Patrouille gefahren“.

„Wenn Aussage gegen Aussage steht, heißt das noch längst nicht Freispruch“, erklärte Richter Hüttermann seinen Urteilsspruch. Er nahm das Strafmaß der Staatsanwältin auf und verurteilte die beiden Männer zu 500 und 800 Euro Strafe. Das Urteil ist rechtskräftig, beide Parteien verzichteten auf Einsprüche.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare