St. Lorenz: Andreas Müller geht in Ruhestand / Nachfolger noch nicht in Sicht

Gemeinde ohne Priester

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In der St.-Lorenz-Kirche predigt zurzeit nur alle zwei Wochen ein Priester.

Salzwedel / Altmarkkreis. Zeitenwende für rund 1200 Katholiken: Nach fast 170 Jahren wird es in Salzwedel erst einmal keinen katholischen Priester mehr geben. Pastor Andreas Müller wird am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Lorenz (10.30 Uhr) in den Ruhestand verabschiedet.

Die Stelle wird zunächst nicht wieder besetzt. Grund: der allgemeine Priestermangel, so Susanne Sperling, Sprecherin des Bistums Magdeburg.

Schon jetzt betreut Andreas Müllers Gardelegener Amtsbruder, Andreas Lorenz, die Salzwedeler Pfarrei mit. Im Herbst vergangenen Jahres erkrankte Müller, im März wechselte er in den Ruhestand.

„Pastor Lorenz wird in Salzwedel unterstützen, aber eine Dauerlösung kann das nicht sein“, sagt Susanne Sperling. Auf absehbare Zeit werde es keinen Pfarrer in Salzwedel geben. Im katholischen Pfarramt hält Gemeindemitarbeiter Thomas Hille die Stellung.

Eigentlich hat Lorenz mit seiner Pfarrei in Gardelegen genug zu tun, Er ist für ein Gebiet von 1400 Quadratkilometern zuständig. Das ist fast die doppelte Fläche Hamburgs. In den 90er-Jahren waren in und um Gardelegen fünf Geistliche unterwegs.

Nun kommen 800 Quadratkilometer hinzu. Lorenz wird von Gardelegen aus den kompletten Altmarkkreis Salzwedel seelsorgerisch betreuen. Zwar findet jeden Sonntag eine Messe in der Lorenzkirche statt, aber nur alle zwei Wochen wird sie von einem Priester zelebriert. Lorenz sei mit den jeweiligen Gemeindegremien in Gesprächen, um zu erarbeiten, wie sich die Gemeinden in Salzwedel und Gardelegen gemeinsam auf den Weg machen können, so Sperling.

Von Jens Schopp

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