26-Jähriger soll Wagen gerammt haben

Geldstrafe für Unfall ohne Führerschein

klü Salzwedel. Bereits am ersten Verhandlungstag vor dem Salzwedeler Amtsgericht ist deutlich geworden, dass sich der Angeklagte keiner Schuld bewusst ist.

Der 26-Jährige soll an einem Abend im Oktober des vergangenen Jahres einen anderen Wagen gerammt haben und dann geflüchtet sein. Von dem Unfall aber will der junge Mann, der keinen Führerschein besitzt, nichts gewusst haben.

Im Gericht

„Wir wurden über Funk informiert, dass sich ein Unfallfahrer auf der Bundesstraße 248 Richtung Rohrberg abgesetzt hat“, schilderte ein 25-jähriger Polizeibeamter als Zeuge vor Gericht. Beschreibung und Nummernschild des Wagens hatte das Opfer der Polizei durchgegeben.

Bei Rohrberg konnten die Salzwedeler und Klötzer Beamten den Wagen stoppen. Und stellten dann fest, dass die Beschädigungen zu den Beulen und Dellen am anderen Pkw passten.

Diese aber, so zeigten sich der Fahrzeughalter und Bruder des Angeklagten überzeugt, seien schon vorher dort gewesen. Er selbst habe an dem Abend nicht fahren können, da er getrunken hatte. Deswegen hätte sich sein Bruder hinter das Steuer gesetzt. Nur besitzt der keinen Führerschein. Für Richter Dr. Klaus Hüttermann stand die Frage im Raum, ob nicht die beiden Brüder schnell die Plätze getauscht hätten. Dafür gab es aber keine Beweise.

Vier Einträge wegen Fahrens ohne Führerschein sowie Urkundenfälschung hat der 26-jährige Angeklagte bereits vorzuweisen. „Dass Sie den Unfall nicht bemerkt haben, ist meines Erachtens eine reine Schutzbehauptung. Sie haben diesen Unfall gebaut und sind danach geflohen“, begründete Hüttermann und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 900 Euro sowie einer Führerscheinsperre von weiteren zwölf Monaten.

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