Angeklagte können sich nicht mehr erinnern

Geldstrafe für Nazi-Parolen

mfr Salzwedel. Zwei junge Männer wollen im Juli 2016 feiern gehen. Sie trinken Alkohol, ziehen durch Salzwedels Straßen. Gegen fünf Uhr verlassen die beiden Salzwedeler ein Lokal an der Neuperverstraße.

„Einer der beiden brüllte auf einmal laut ,Sieg Heil‘“, beschreibt eine Zeugin später. Auch den Hitlergruß sollen sie gezeigt haben und einen spanischstämmigen Mann aufgehalten und bedroht haben. Im Amtsgericht wollen die beiden 23- und 24-Jährigen von ihren Taten nichts mehr wissen. Schuld sei der Alkohol.

Im Gericht

„Ich kenne die deutsche Geschichte. Und finde es sicher nicht toll“, beteuert der 23-Jährige gegenüber Richter Klaus Hüttermann. „Wir können uns beide gar nicht vorstellen, so etwas getan zu haben“, zeigt sich sein Freund kleinlaut. Doch dass sie es tatsächlich doch getan haben, gaben zwei Zeugen zu Protokoll. „Sie wirkten auch nicht sturzbetrunken, eher aggressiv“, beschreibt ein 39-Jähriger.

Zu Schaden kam an diesem Abend niemand, die Polizei erteilte den jungen Störenfrieden letztendlich einen Platzverweis. „Ich nehme Ihnen dieses Vollrauschgehabe nicht ab“, zweifelte Amtsanwältin Andrea Krüger. Sie forderte für beide eine Geldstrafe von 500 Euro an den Weißen Ring, was auch Richter Hüttermann als annehmbare Strafe erschien.

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