„Das geht nicht“

Politiker ärgern sich über raue Methoden im Bundestagswahlkampf

Auch die Grünen wurden gestern zum Ziel einer Aktion durch Unbekannte. Landeschef Christian Franke bedauert, dass Wahlkampf heutzutage scheinbar immer mehr auf diese Art ausgetragen wird. Er und andere Politiker wünschen sich mehr Respekt. Fotos: J. Heymann
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Auch die Grünen wurden gestern zum Ziel einer Aktion durch Unbekannte. Landeschef Christian Franke bedauert, dass Wahlkampf heutzutage scheinbar immer mehr auf diese Art ausgetragen wird. Er und andere Politiker wünschen sich mehr Respekt.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Salzwedel. Wenn er Wahlplakate aufhängt, dann weiß er bereits, dass diese wahrscheinlich nicht die gesamten sechs Wochen durchhalten, sondern vorher heruntergerissen oder beschädigt werden.

Fast schon normal im Stadtgebiet: Insbesondere die kleinen Wahlplakate werden schnell zum Opfer von Vandalismus.

„Leider gehört das anscheinend dazu“, so Christian Franke, Landesvorsitzender der Grünen. Auch diese Partei ist Ziel der jüngsten Überklebeaktion geworden. Ein anderes Großplakat am Dreiländereck ist schon vorher zerstört worden. „Das kann nicht Teil der politischen Auseinandersetzung sein“, vermutet er die Täter im rechten Spektrum. Gleichzeitig verurteilt er ähnliche Aktionen aus der linken Ecke. „Das geht beides nicht“, so Franke. Bei Podiumsdiskussionen müsse er sich auch mit anderen Parteien zusammensetzen, ob er sie mag oder nicht. Richtig ärgert ihn, dass Ehrenamtliche oftmals umsonst plakatiert haben.

Die Aufklärungsquote der Polizei ist indes eher gering. Nur selten gehen den Beamten Täter ins Netz – wie jüngst zwei junge Männer, die sich an der Breiten Straße an AfD-Plakaten zu schaffen machten. Die Polizei könne lediglich über deren Motive spekulieren, vermutet sie aber durchaus im Politischen, hieß es gestern vage. Beschäftigen muss sie sich damit – Sachbeschädigung gilt als Straftat.

Von Jens Heymann

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