Gegenwind von links

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Bei Höhepunkten wie einer Kuchentafel in der Grundschule muss auf den Verbindungsflur ausgewichen werden. Dieser reicht längst nicht für alle Kinder gleichzeitig.

ARENDSEE. Die Diskussionen zum geplanten Grundschulumbau in Arendsee gipfelten am Mittwoch in der Forderung Schlickes, das Projekt neu zu überarbeiten. Die Linken hatten sich zu einer Info-Runde im „Kaffeegarten“ getroffen. Von Detlef Güssefeld

Kaum etwas Gutes an den Plänen zum Grundschulumbau ließen die Teilnehmer der Linken-Versammlung am Mittwochabend. Den Reigen begann Bernd Jagodzinski. „Wir sind von den Plänen überrascht worden und sollten sofort zustimmen“, beklagte der Stadtrat aus Binde, der im Bauausschuss mitarbeitet. Erst nach dem Veto der Linksfraktion sei die Aula auf 120 Plätze planerisch erweitert worden. Im „Kaffeegarten“ bedauerten verschiedene Redner, so auch Stadtrat Klaus Führ, dass es keine Varianten gab, aus denen ausgewählt werden konnte. Außerdem, meinte Führ, sei nicht bekannt gewesen, dass Schule und Hort getrennt zu sehen seien. „Ich kann mit dem vorliegenden Plan nicht leben“, so Führ. Und weiter: „Wir müssen alle die Förderrichtlinie kennen.“ Die Stadträte Thomas Schlicke und Carmen Wenisch machten deutlich, dass sie den vorliegenden Plänen nicht zustimmen. Auch deshalb nicht, weil die Außenanlagen nicht geplant sind. „Wir entscheiden über ein Projekt, das die nächsten 50 Jahre Bestand haben soll. Einigen ist wohl die Tragweite nicht bewusst“, argumentierte Führ. Stadtrat Thomas Schlicke forderte eine Überarbeitung der Pläne. „Kein Stadtrat weiß, wieviel Räume entstehen, wieviel Quadratmeter zur Verfügung stehen“, wurde bemängelt. Auch Schulleiterin Marita Haefke bekam ihr Fett weg. „Ich kann nicht verstehen, dass eine Schulleiterin während der Planung erklärt, sie brauche die Aula nur dreimal im Jahr“, so Carmen Wenisch. Erklärt wurde aber auch, dass alle Pädagogen und Hortmitarbeiter sich schriftlich mit den Plänen arrangiert hatten – wenn auch die Hortnerinnen nachträglich befragt wurden, wie Stadtrat Hans-Georg Kempcke wusste.

In Sachen Brandschutz gehen die Meinungen weit auseinander. Während Stadtrat Horst Bretschneider den Bau eines Gerätehauses noch in diesem Jahr auf den Weg bringen will, dämpfte Klaus Führ die Hoffnungen. „Es fehlt das Geld. Das bleibe der Knackpunkt. Zum derzeitigen Stand fast eine Million, die Arendsee zahlen müsste“, gab der Ex-Bürgermeister zu bedenken. Nicht zu denken an die gewünschte Drehleiter, die rund 700 000 Euro verschlingen würde. „Die Idee, ein Gerätehaus bauen zu lassen und dann zu mieten war schon einmal Thema. Das wird aber dreimal teurer als ein Neubau“, rechnte Führ vor.

Ganz andere Töne schlug Bindes Ortsbürgermeister und Stadtrat Kurt Gabriel an. Er sehe keinen Bedarf an einem Neubau eines Gerätehauses in Arendsee. Für ihn sei noch nicht sicher, wo in der neuen größeren Stadt Arendsee mehr Werte zu schützen seien, in der Stadt oder in einigen Dörfern, fragte sich Gabriel. Das solle die Gefahrenanalyse an den Tag bringen.

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