Mühle Amt Dambeck soll kein Jeetze-Hindernis mehr sein

Gefordert: Freie Fahrt für Fische

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Bis hierher und nicht weiter: Fische wollen permanent die Mühle bei Amt Dambeck passieren, können es aber derzeit nicht. Das Flusswasser soll vor Jahrzehnten noch deutlich höher gestanden haben.

Amt Dambeck. Wer eine Weile an der Mühle Amt Dambeck steht, bemerkt, wie immer wieder Fische aus dem Wasser springen und flussaufwärts wollen. Doch der Weg ist an dieser Stelle zu Ende.

Das Rad liegt heutzutage tiefer als früher. Die optimale Höhe ist entscheidend für die Effizienz der Mühle. Fotos: J. Heymann

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) will das ändern: Indem die Jeetze weiträumig umgeleitet wird, durch Gräben über die südlich gelegenen Salzwiesen. Die Umsetzung war eigentlich für dieses Jahr angesetzt, doch noch läuft die Planung. Für LHW-Sachgebietsleiter Friedemann Gohr ist es die ökologisch wirksamste Variante. „Diese Variante wird derzeit im Rahmen der Entwurfsplanung näher untersucht und beplant“, erklärt er gegenüber der AZ. Ein Umleiten der Jeetze wäre eine teure Lösung. Auf rund eine Million Euro schätzt das LHW die Kosten. Denn es müsste unter anderem eine Brücke neu gebaut werden.

Mühlenbetreiber Gerhard Müller sieht das ganz anders. Für ihn ist eine Flussverlegung unnötig. Jahrhundertelang existiere der Mühlenstandort bereits. Und damit vermutlich auch dieser Lauf der Jeetze.

Eine sogenannte Fischtreppe direkt neben der Mühle würde es laut Müller auch tun. Damit könnten die Wassertiere mit etwas Kraftaufwand ebenfalls den Höhenunterschied überwinden.

Der Anwohner ist außerdem davon überzeugt, dass sich die Eingriffe früherer Jahrzehnte negativ auf die Jeetze auswirken. Beispielsweise durch die Bodenbearbeitung zu DDR-Zeiten auf den angrenzenden Feldern und Wiesen.

Im Ergebnis grub sich das Flusswasser eineinhalb Meter in den Boden, und die große Sturzhöhe entstand. Früher soll das Wasser 20 Zentimeter über dem Freigerinne neben dem Mühlenrad gestanden haben. Bei geöffnetem Wehr war die Mühle kein Hindernis für Fische.

Die Wasserbehörde des Altmarkkreises verneint unterdessen ein Umverlegen der Jeetze bei Amt Dambeck. Dies sei in keinem der untersuchten Fälle vorgesehen, heißt es in einer Mitteilung gegenüber der Altmark-Zeitung.

Von Jens Heymann

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