Die Gefahr aus der Sonne

Photovoltaikanlagen – wie hier Am Stern – sind im Brandfall für Feuerwehrleute eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Salzwedels Wehr ist gerüstet.Luftbild: Fotostudio Wunberger

Salzwedel - Von Holger Benecke. Immer mehr Häuser bekommen Solardächer. Was den Eigentümern beim Sparen hilft, wird im Brandfall für die Feuerwehren zu einer ernsten Gefahr. In Schleswig-Holstein ließen Einsatzkräfte eine Lagerhalle mit Photovoltaik-anlage auf Grund des Risikos eines elektrischen Schlages niederbrennen. Doch Salzwedels Wehr ist vorbereitet.

Solaranlagen lassen sich nicht abschalten. Die kleinsten Lichtquellen – auch nachts (Straßenlampen) – reichen aus und es wird Strom produziert. Für Feuerwehrleute ist es eine ernste Gefahr, wenn ein Gebäude brennt, auf dessen Dach eine Photovoltaikanlage installiert ist. „Wir müssen unterscheiden, ob nur auf einer Seite Module montiert sind oder das ganze Dach zugepflastert ist“, sagt Salzwedels Vize-Wehrleiter Karsten Jürgens. Er hat sich in Sachen Photovoltaik und Feuer informiert, hat von der Genthiner Wehr, die in dieser Sache schon sehr weit ist, von der Brand- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge, ja sogar aus München, wo bayrische Wehren mit brennenden Solarmodulen experimentiert haben, Informationen eingeholt. Gegenwärtig bereitet Jürgens Schulungsunterlagen vor, sodass Brandbekämpfung an Photovoltaikanlagen mit dem nächsten Jahr zur Standardausbildung gehören wird.

„Im Prinzip sind die Kameraden geschult. Bislang wurden die Grundregeln unter dem Punkt Gefahren an der Einsatzstelle / Elektrizität ausgebildet“, sagt Jürgens. Doch in Sachen Photovoltaik kommen noch zwei wesentliche Gefahren hinzu. Einmal, dass ein Abschalten nichts nutzt und die Anlage zudem Gleichstrom erzeugt, was die Gefahr von Lichtbogenbildung an abgeschmolzenen Kabeln und dergleichen in sich birgt. Die zweite Gefahr geht vom hohen Gewicht der Solarmodule aus. Die Absturzgefahr ist hoch, wenn der Dachstuhl durch Flammen immer mehr vernichtet wird. Deshalb bleuen Jürgens und seine Ausbilder ihren Kameraden immer wieder die Sicherheitsabstände ein.

„Bei Dächern, die nur auf einer Seite mit Photovoltaikanlagen ausgestattet sind, ist es relativ einfach. Wir können die gegenüberliegende Seite öffnen und angreifen“, weiß der Vize-Wehrleiter. Insgesamt seien die Chefs der Ortswehren gut beraten, sich über die Standorte von Photovoltaikanlagen in ihrem Bereich zu informieren, rät Jürgens.

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