Ein Ort der Geborgenheit

+
Zur 20-jährigen Jubiläumsfeier des Frauen- und Kinderhauses Salzwedel kamen zahlreiche Gratulanten. Sie überreichten ihre Glückwünsche und übergaben Spenden, damit die Einrichtung auch in Zukunft ein Ort der Geborgenheit bleibt.

Salzwedel - Von Steffen Koller . Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Frauen- und Kinderhauses stand gestern in der „Alten Münze“ in Salzwedel ein feierlicher Empfang auf dem Programm. Renate Burmeister, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Salzwedel, Brigitte Blaut und Iris Jugl, beide Gründungsmitglieder des Frauenhauses und Monika Ritter, Leiterin der Einrichtung, begrüßten die Gäste.

Auf die Begrüßung folgte der Film „Wenn das Glück in Scherben liegt“. Der Streifen wurde vor zehn Jahren von einer ehemaligen Bewohnerin des Frauenhauses gestaltet und schildert ihre damalige familiäre Situation und die häusliche Gewalt durch ihren Ehemann. Nach dem sich die Lage immer weiter für sie und ihr Kind zuspitzte, flüchtete sie ins Frauenhaus. Dort fand sie Schutz und Geborgenheit.

Die Mitgründerin des Frauenhauses, Iris Jugl, freute sich über zahlreichen Gäste und sagte: „Ich wünsche mir diese tolle Arbeit weiterführen zu können und bedanke mich für das große Interesse.“ Sie unterstrich mit Zahlen, dass die Arbeit des Frauenhauses eine sehr wichtige Aufgabe sei: „Jede vierte Frau in Deutschland litt schon einmal unter familiärer Gewalt. Frauenarbeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, betrifft alle Bereiche des Zusammenlebens.“ Im Anschluss wies sie auf eine Ausstellung hin, welche Fotografien und selbstgestaltete Kleidung mit Zitaten von Betroffenen zeigt.

Brigitte Blaut, langjährige Mitarbeiterin und Gründungsmitglied des Frauenhauses, schilderte die Geschichte der Einrichtung: „Im Dezember 1990 ist die Idee entstanden. Das damalige Haus war kaum ausgestattet und trotzdem nahmen wir die Herausforderung an. Es war die Zeit nach der Wende und des Aufbruchs und wir waren mittendrin. Und übrigens, die erste Spende überhaupt erhielten wir von zwei Männern, sie schenkten uns eine Waschmaschine.“

Während des Jubiläums gab es ebenfalls Geschenke. Ein Fördermittelbescheid des Altmarkkreises Salzwedel in Höhe von 30 000 Euro wurde überreicht. Salzwedels stellvertretender Bürgermeister Erich Kaiser spendierte einen Scheck für die Feier. Amtsgerichtsdirektor Andreas Wüstenhagen zog Bilanz der vergangenen sechs Jahre. Während dieser Zeit sind in Form von Bußgeldern 30 000 Euro zusammen gekommen. Der Lions Förderverein Salzwedel überreichte 2 000 Euro und die Mariengemeinde versprach weiterhin das Haus zu unterstützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare