„Unserer Pflicht bewusst sein“

Burghard Bannier zum Testen und den künftigen Kosten

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Burghard Bannier, vom Flair Hotel „Deutsches Haus“, ist zwar für Sicherheit und die dafür nötigen Maßnahmen, sieht aber auch die Gefahr für die Gastronomie.
  • VonLydia Zahn
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Burghard Bannier äußert sich zur momentanen und künftigen Testlage. Er ist zwar für Sicherheit und die dafür nötigen Maßnahmen, sieht aber auch die Gefahr für die Gastronomie. 

Salzwedel / Arendsee – Corona-Schnelltest werden ab 11. Oktober nicht mehr vom Bund finanziert, sondern müssen selbst bezahlt werden. Sollte der Inzidenzwert über 35 liegen, muss so beispielsweise bei einem Restaurantbesuch drinnen ein negatives Testergebnis vorgelegt werden. Burghard Bannier, Geschäftsführer des Flair Hotels „Deutsches Haus“ in Arendsee, verfügt nicht nur über ein Testzentrum vor Ort, sondern ist auch Mitglied des Präsidiums des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Er ist zwar für Sicherheit und die dafür nötigen Maßnahmen, sieht aber auch die Gefahr für die Gastronomie. AZ-Volontärin Lydia Zahn hat ihn zur momentanen und künftigen Testlage befragt.

Herr Bannier, zurzeit gilt noch eine Testpflicht unter anderem in der Innengastronomie. Inwiefern hat sich diese Maßnahme bewährt?
Burghard Bannier: Diese hat sich deswegen bewährt, weil wir zurzeit im Landkreis einen Trend nach unten haben und die Inzidenzzahlen sinken. Deswegen denke ich, dass die Entscheidung richtig war. Obwohl das in meiner Branche natürlich alles andere als angenehm ist. Reglementierungen hemmen immer die normalen Abläufe und bremsen die Gäste das zu tun, was sie wollen.
Apropos Gäste, wie haben diese darauf reagiert? 
Sie finden das natürlich alles andere als schön. Ein kleiner Teil hat Verständnis dafür. Der überwiegende Teil drängt auf die Terrasse. Andere gehen gar nicht erst los. Und der Rest kommt zum Testen. Es hindert natürlich auch, in die normalen Geschäftsabläufe zurückzukommen.
Welchen Rat haben Sie als Mitglied des Präsidiums der Dehoga für Ihre Kollegen? Vor allem in Hinsicht darauf, dass ab 11. Oktober die Schnelltests selbst bezahlt werden müssen.
Ich kann meinen Kollegen nur raten, die Geschichte ernst zu nehmen. Wir wollen und müssen wieder zurück zu normalen Verhältnissen. Wir müssen uns unserer Pflicht bewusst sein, den Menschen bei uns Sicherheit zu geben. Natürlich wird das die Branche wieder stark belasten, die sowieso schon durch die Pandemie sehr gebeutelt ist. Ich werde meinen Kollegen aber nicht empfehlen, Gäste auszugrenzen und nur Geimpfte oder Genesene aufzunehmen. Wir müssen uns, um das Ganze in den Griff zu bekommen, an Normen halten. Auch wenn das schwerfällt. Obwohl das schon ein verrückter Zustand ist, dass die Gäste erst Geld ausgeben müssen, um zu uns zu kommen. Deshalb hoffe ich, dass die Politik Wege und Möglichkeiten findet, Unternehmen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen.
Würde sich die Gastronomie überhaupt noch lohnen, wenn die Wirte beispielsweise die Tests bezahlen?
Nein, natürlich nicht. Wenn jemand ein Essen für 15 Euro verkauft und der Test das gleiche kostet, wie sollte sich das dann noch rechnen? Im Übrigen sind die Betriebe ja schon gebeutelt, weshalb es da keinen Spielraum geben kann und wird. Diese zusätzliche Belastung schließt sich für mich damit völlig aus.
Und inwiefern kann der Dehoga die Gastronomen in dieser Zeit unterstützen?
Indem er aus den Diskrepanzen, die sich jetzt schon abzeichnen, mit der Politik verhandelt, wie Unternehmen unterstützt werden, damit die nächsten Probleme überhaupt bewältigt werden können. Es geht nur, als Interessenvertreter Druck auf die Politik auszuüben und auf die heute schon absehbare Politik hinzuweisen. Das betrifft aber nicht nur den Dehoga, sondern auch die Industrie- und Handelskammer. Sie sind genauso unser Interessenvertreter.

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