Deponie-Geschäftsführer im Visier des Aufsichtsrates

Unangemessen und despektierlich

Deponie-Geschäftsführer Dietrich Schultz (kl. Bild) ist – auch wegen des Abschaltens der Mechanisch-Biologische Abfallentsorgung – ins Visier des Aufsichtsrates um Michael Ziche (4.v.r.) geraten.

Gardelegen. Der Aufsichtsrat der Deponie GmbH traf sich Montagabend zu einer Sondersitzung ohne Geschäftsführer Dietrich Schultz. Der war im Urlaub. Doch während der Beratung ging es hauptsächlich um seine Person.

Nämlich um sein eigenmächtiges Handeln in Sachen Abfallbeseitigungkonzept. Zur Erinnerung: Schultz hatte Die Mechanisch-Biologische Abfallentsorgungsanlage eigenmächtig stillgelegt und den Aufsichtsrat erst anschließend darüber informiert (wir berichteten). Dadurch fallen weitere Kosten – rund 268 000 Euro – an, denn der Müll muss in Rothensee verbrannt werden.

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Der Aufsichtsrat unter Vorsitz von Landrat Michael Ziche forderte den abwesenden Geschäftsführer am Montag auf, eine neue Kalkulation vorzulegen. Zudem rügte der Aufsichtsrat die von Schultz" „getätigte Pressearbeit und die Verbreitung von unangemessenen Aussagen“. Der Geschäftsführer hatte sich in einem Wochenblatt zwei Anzeigen gekauft – 892,50 Euro und 416,50 Euro aus Geldern der Deponie GmbH bezahlt – in denen er sich selbst Fragen stellte und diese beantwortete. Zudem wertete der Aufsichtsrat auch „die despektierlichen Äußerungen“ von Schultz gegenüber Mitarbeitern der Kreisverwaltung aus. Der hatte der Leiterin des Fachamtes, das die Aufsicht über die Deponie führt, unterstellt, dass diese „weder fachliche, wirtschaftliche noch rechtliche Kompetenz“ hätte.

In der nächsten Sitzung soll Geschäftsführer Dietrich Schultz dann den Aufsichtsräten Rede und Antwort stehen.

Von Holger Benecke

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