Besucher fordern: Statt der maroden Heizungen den Um- oder Neubau regeln

Ganz schön aufgedreht: Neue Thermostate bei geplantem Abriss?

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Bei solchen Fenstern im Mehrgenerationenhaus bringt auch der Einbau neuer Thermostate an den Heizungen wenig.

Salzwedel. Verwunderung im Mehrgenerationenhaus (MGH): An der Sonnenstraße 2 sollen die Thermostate an den Heizkörpern ausgetauscht werden.

In einem Haus, das eventuell abgerissen werden soll? Fest steht, dass die Wohnungsbaugesellschaft das Haus übernommen hat und für Reparaturen verantwortlich ist. Außerdem soll das städtische Unternehmen bis Ende 2016 einen Plan vorlegen, wie es mit der Einrichtung weitergeht. Zur Debatte stehen ein Umbau oder ein Neubau nach Abriss.

Das Problem mit den Thermostaten erläutert Stadtsprecher Andreas Köhler: „Egal, ob auf- oder abgedreht – die Anlage heizt immer.“ Deshalb haben Vertreter der Wohnungsbaugesellschaft mit Heizungsbauern einen Rundgang unternommen und die Thermostate begutachtet. Die Fachleute sollen herausfinden, welche Thermostate ausgetauscht, welche repariert und welche nur gereinigt werden müssen. Und vor allem: Sie sollen einen Kostenvoranschlag vorlegen. Erst dann, so Pressesprecher Köhler, werde entschieden, was getan werden soll.

„Die Stadt will das MGH auf jeden Fall weiter betreiben lassen“, stellte er klar. Und verweist auf die laufenden Untersuchungen der Wohnungsbaugesellschaft an deren Ende dann die Frage steht: Sanieren oder abreißen und neu bauen?

MGH-Besucher und -nutzer wundern sich trotzdem: Ob man die Thermostate nun auf- oder zudrehen kann – durch die maroden Fenster, Baujahr 1983, zieht es trotzdem wie Hechtsuppe. Da geht die Tendenz nicht nur im Winter ganz klar in Richtung Heizung aufdrehen. Wozu dann neue Thermostate?, fragen sie und haben eine eindeutige Antwort schon parat: „Das ist rausgeschmissenes Geld.“

Sie drängen auf schnellstmögliche Sanierung bzw. Neubau, da das Gebäude zunehmend maroder und damit zwangsläufig immer kostenintensiver wird. Die Heizung herunterregeln würde nur in jenen Räumen etwas bringen, die aufgegeben worden sind – wie die Fahrradwerkstatt und die Hebammenpraxis. Nun sucht auch noch die Miniaturwelt neue Räume. Das MGH-Gesamtkonzept bröckelt.

Von Holger Benecke

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