Sport als Integration

Fußball mit Flüchtlingen: Eintracht Salzwedel 09 nimmt Jugendliche auf

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Gemeinsam mit Robert Somann (hinten r.) und Mohammad Sepehr Sadat (2.v.l., rotes Shirt) trainieren derzeit knapp 30 Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan in der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen auf dem Fuchsberg.

Salzwedel. „Eine bessere Möglichkeit, als über den Sport die Flüchtlinge zu integrieren, gibt es doch gar nicht“, antwortet Mohammad Sepehr Sadat.

Mo, der 20-Jährige, der selbst vor knapp drei Jahren aus Afghanistan fliehen musste und mittlerweile als Dolmetscher in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Fuchsberg aushilft (AZ berichtete), trainiert gemeinsam mit Robert Somann über 30 junge Flüchtlinge im Fußball.

Über den Eintracht Salzwedel 09 können die Jungen zwischen 16 und 25 Jahren immer montags in der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen das Leder ins Netz hauen. „Am liebsten würden die Jungs ja jeden Tag trainieren. Da werden wir mal sehen, ob wir Sommer öfter spielen können“, so Somann, der früher selbst im Mittelfeld und später in der Abwehr spielte.

Ein „Sichtungstraining“ wird seit über zehn Wochen mit den Flüchtlingen, die derzeit auf dem Fuchsberg und auch in der Kollwitz-Halle untergekommen sind, abgehalten. „Ich beurteile ihre spielerischen Qualitäten und wenn wir im September in die neue Saison gehen, werden sie auf die entsprechenden Spielklassen verteilt“, erzählt Somann.

Regeln sind wichtig. Nicht nur auf dem Spielfeld, weiß der ehemalige Fußballer. Auf dem Feld geht es hin und wieder aber auch schon etwas heftiger zu. „Die schenken sich nichts“, weiß Somann. „Aber es tut ihnen gut, sich hier auszutoben. Und hier herrscht eine entspannte sportliche Stimmung.“ Auch die Verständigung klappt von Woche zu Woche besser, freut sich Somann. Die Jugendlichen, die aus Syrien, Irak oder Afghanistan kommen, sind jedesmal stolz, wenn sie neue Wörter und Sätze gelernt haben.

Und falls es mal nicht so klappt mit dem Verstehen untereinander, springt Mo ein, erklärt und verdeutlicht, was der Trainer will. Auf die Frage, wie er neben der Schule und seiner baldigen Ausbildung zum Physiotherapeuten und seiner Unterstützung in den Flüchtlingsunterkünften nun auch noch die Zeit findet, beim Training auszuhelfen, antwortet Mo: „Wenn ich helfen kann, dann helfe ich. Ganz einfach.“

Von Katja Lüdemann

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