Keine Drohnen-Ausbildungsstelle in Sachsen Anhalt / Nächste Möglichkeit für die Altmark in Wesendorf

Führerschein ja – aber wo machen?

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Für Flüge über bewohntem Gebiet muss künftig ein Drohnenführerschein her. 

dk/dpa Altmark. Wer vom 1. Oktober an eine größere Drohne steigen lassen will, braucht einen speziellen Führerschein. Den bekommen Interessierte nach Angaben des Luftfahrtbundesamtes (LBA) aber bislang nicht in Sachsen-Anhalt.

Die nächstgelegenen zertifizierten Ausbildungsstätten seien in Berlin-Spandau, Dresden oder im niedersächsischen Wesendorf. Dort betreibt die Braunschweiger Copting GmbH eines der wenigen Drohnen-Schulungszentren in Norddeutschland.

Christian Kaiser

„Bei Drohnen wird nach Gewichtsklasse und Verwendung unterschieden“, erklärt Geschäftsführer Christian Kaiser im AZ-Gespräch. „Bis zu zwei Kilo wird für eine Drohne kein Führerschein benötigt.“ Bei den populärsten Drohnenmodellen liege das Gewicht um 1,8 Kilogramm. Dies sei aber kein „Freiflugschein“. Denn: „Es gibt zahlreiche Betriebsverbote, etwa in der Nähe von Polizeidienststellen, Kindergärten oder Bundesverkehrsanlagen“, führte Kaiser aus. „Um dort trotzdem zu fliegen, benötigt man eine Ausnahmegenehmigung der Landesluftfahrtbehörde. Und die gibt es nur mit Führerschein.“ Dieser umfasse einen Kenntnisnachweis in der Theorie, bei einem Startgewicht von über fünf Kilo würde zusätzlich ein Praxistest fällig. Dieser könne jedoch auch abhängig von der jeweiligen Ausnahmegenehmigung und vom Bundesland anfallen.

Der Bewerber für den Drohnen-Führerschein muss mindestens 16 Jahre alt sein, der Nachweis gilt fünf Jahre. Vom 1. Oktober an müssen außerdem alle Drohnen, die schwerer als 250 Gramm sind, mit dem Namen und der Anschrift des Piloten gekennzeichnet werden.

Verstöße gegen die neuen Verordnungen können im Rahmen des Luftverkehrsgesetzes teuer werden. „Mir ist von einem Fall bekannt, bei dem jemand mit einer Drohne ohne Genehmigung über eine Innenstadt geflogen ist, angezeigt wurde und eine Strafe von gut 5000 Euro zahlen musste“, warnte Kaiser.

Wie lange Sachsen-Anhalt noch ohne eigene Ausbildungsstelle auskommen muss, ist unsicher. „Der Anerkennungsprozess beim Luftfahrtbundesamt nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch“, sagte eine Sprecherin des Landesverwaltungsamts in Halle. Die Liste mit den anerkannten Ausbildungsstellen werde stetig um neue Anbieter ergänzt, sobald diese „die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt haben“. Daher könne sich die Situation in Sachsen-Anhalt auch jederzeit ändern.

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