Katja Reimer: „Wenn sie Sektkorken-Größe haben, schmecken sie am besten“

Frühe Ernte in Salzwedel: Die Pilze wollen raus

Pilze
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Die Salzwedelerin Katja Reimer wollte nur mal nach ihren Pilzstellen schauen und war überrascht. Eigentlich hatte sie erst im nächsten Monat mit solch einer Ausbeute gerechnet.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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„Die Pilze sprießen, drängen geradezu aus dem Boden“, freut sich Katja Reimer. Die Salzwedelerin war „nur mal so zum Schauen“ unterwegs, weil Bekannte ihr von ihren Funden berichtet hatten. Und war überwältigt: „Ich hatte mit der Pilzsaison erst ab der zweiten Oktoberwoche gerechnet“, ging sie von ihren Erfahrungen aus.

Wenn sie Sektkorken-Größe haben, schmecken sie am besten.

Salzwedel - Denn in den vergangenen Jahren hatte sie eine reichliche Pilzernte. Danach war ihr Vorratsraum gut gefüllt mit eingemachten Köstlichkeiten. Trotzdem sie ihre beiden Söhne und gute Bekannte ausgiebig mit den Leckereien versorgt hat, stehen noch immer ein paar Reserven aus eigener Ernte im Regal. „Die Getrockneten sind aber schon alle“, gesteht sie, „aber ich habe noch reichlich Pilzpulver und Soßen.“

Auch für dieses Jahr prognostiziert Katja Reimer eine gute Pilzsaison. Dass diese so früh begonnen hat, zaubert ihr ein Lächeln auf das Gesicht. „Ich liebe Pilze aus dem Wald“, bekennt sie. Und: „Auch wenn das Putzen ganz schön nervig sein kann – ich bin da sehr penibel – putze ich gerne Pilze. Der Duft dabei ist einfach herrlich.“

Nach einer Stunde hatte sie beim jüngsten Ausflug an „ihre Stellen“ den Korb voller Maronen: „Auch ein Butterpilz war dabei und zwei Krause Glucken.“ Letztere noch eher klein. „Es ist zu trocken“, weiß die Salzwedelerin. Das Moos sei wie Heu. „Auch wenn wir in den vergangenen Wochen den Eindruck hatten, es regne nur noch – das war eher ein Sprühregen“, schätzt die leidenschaftliche Pilzsammlerin ein, dass noch mehr Wasser aus den Himmelspforten kommen muss. Und ist mit Blick auf eine reiche Pilzernte optimistisch, dass „da noch jede Menge kommt“.

Diese köstlichen Birkenpilze sammelte der Salzwedeler Peter Klahs in nur fünf Minuten ein.

An einer feuchten Stelle ist der Salzwedeler Peter Klahs beim Spazierengehen zufällig auf eine Birkenpilzkolonie gestoßen. Nach fünf Minuten des Einsammelns hatte er eine leckere Mahlzeit für sich und seine Frau Andrea zusammen. „Mit Schinken und Ei – köstlich“, streicht er sich genüsslich über den Bauch.

Und da ist auch Katja Reimer in ihrem Element. „Zu Pilzen am liebsten Wild“, verdreht sie die Augen. Und verrät: „Bei uns gibt es zu Weihnachten immer Reh. Und dazu passt am besten eine schöne Soße mit Waldpilzen und ganz vielen Kräutern.“

Auch wenn die Krausen Glucken diesmal etwas klein ausgefallen sind, sie sind ein hervorragender Würzpilz und sollten mit anderen Arten zusammen zubereitet werden, aber auch nicht den Geschmack des Gerichtes dominieren.

  • „Katjas Pilzpfanne“
  • - Butter in einer Pfanne erhitzen, darin gehackte Zwiebeln gut anrösten.
    - Schinkenwürfel und Waldpilze dazugeben, die Großen gehackt, die Kleinen ganz oder halbiert.
    - Eier je nach Pilzmenge in einer Schüssel mit etwas Milch, geriebener Muskatnuss verquirlen - in die Pfanne geben.
    - Unter leichtem Rühren stocken lassen, Salz und Pfeffer.
    - Gehackte Petersilie drüberstreuen – servieren.
  • „Dazu reiche ich selbst gebackenes Brot mit ganz vielen Nüssen“, rundet Katja Reimer ihr Rezept ab.

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