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Frohes Fest für Spätentschlossene

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Von: Lydia Zahn, Jens Heymann, Arno Zähringer, Holger Benecke

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Kino-Gutscheine sind der Tipp von AZ-Jungredakteurein Lydia Zahn. Da gibt es einen tollen Film, etwas Leckeres dazu und Kuscheln ist sowieso angesagt. © Freier Mitarbeiter

Alle Jahre wieder. Genau. Jedes Jahr der gleiche Stress. Was schenke ich meinen Lieben, die mehr oder weniger schon alles haben? Da ist guter Rat teuer. Auf jeden Fall keine SOS-Geschenke. Das sind Socken, Oberhemd und Schlips. Wer will das heute schon, wenn selbst sogar Politiker ohne Krawatte oder Fliege versuchen, die Geschicke eines Landes zu
lenken.

Salzwedel - Gutscheine werden oft gewählt. Der Filmfan freut sich über Eintrittskarten, Popcorn und ein Getränk für den Kino-Besuch. Und wer gerne gut isst, der hat vermutlich nichts gegen ein Schlemmermenü.

Übrigens hat erst Martin Luther das Schenken zu Weihnachten eingeführt. Der Reformator hat den Schenktermin von Nikolaus auf Weihnachten verlegt, um die Popularität dieses Heiligen zu brechen. Damit musste er auch den „Schenkenden“ austauschen. Bei den Protestanten bescherte nun das „Christkind“.

Für viele ist das Besorgen von Weihnachtsgeschenken oft eine mühsame Angelegenheit, denn schnell tun sich Fragen auf: Ist an alle gedacht worden? Sind die Geschenke zu klein oder zu groß, einfallslos, unpersönlich oder übertrieben? Fragen über Fragen, die jeder für sich selbst klären muss.

Die Redakteure der Altmark-Zeitung haben ein paar Tipps zusammengestellt, die vielleicht dazu beitragen, das schwere Los des Schenkens etwas kleiner zu machen. Und mit ein bisschen Glück kommt das Geschenk beim Beschenkten richtig gut an.

Weihnachten auf großer Leinwand

Lydia Zahn: Die Frage nach dem passenden Geschenk ist nicht immer einfach zu beantworten. Vor allem wenn die zu beschenkende Person schon so gut wie alles hat. Ich finde, Gutscheine sind immer eine passende Lösung. Es ist nicht so unpersönlich wie einfach nur Geld zu überreichen, kann den Vorlieben des anderen angepasst und somit personalisiert werden.

Ob nun also für ein bestimmtes Restaurant, das Lieblings-Geschäft oder wie in meinem Fall fürs Kino. Was dem Ganzen außerdem noch einen besonderen Schliff geben kann, ist, wenn zusätzliches etwas Kreatives dazugegeben wird. Ob es eine handgeschriebene Karte mit ein paar lieben Worten ist oder etwas Ausgefalleneres, wie zum Beispiel selbst gebastelte Weihnachtsdekoration.

Zu Weihnachten läuft im Filmpalast übrigens ein passender Film. „Ein Junge namens Weihnacht“ eignet sich perfekt, um ihn mit der ganzen Familie anzusehen. Mit Witz, Spannung und etwas fürs Herz ist alles dabei.

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„Miro“ als Weihnachtslektüre empfiehlt AZ-Redakteur Arno Zähringer. © Zähringer, Arno
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Arno Zähringer. © Benecke, Holger

Mit „Miro“ auf dem Sofa

Arno Zähringer: Ich empfehle ein Buch, das nicht nur für Sportfans interessant sein dürfte. Ronald Reng hat ein bemerkenswertes Buch mit dem Titel „Miro“ geschrieben. Auf fast 450 Seiten erzählt er auf unheimlich interessante Art die Geschichte von Ex-Fußballer Miroslav Klose, einem einzigartigen Torjäger und selbstlosen Teamspieler, dessen Weg aus der Bezirksklasse zum Weltmeister führte. Einen wie ihn wird es wohl nicht mehr geben. „Miro“, der bis 20 im Bezirksligaklub seiner Heimatstadt spielte. Dann Weltmeister wurde und bester Torschütze in der Geschichte der Nationalmannschaft.

In enger Kooperation mit Miroslav Klose erzählt Ronald Reng von einem Mann, den jeder aus dem Fernsehen kennt – den aber keiner wirklich kannte: Mit acht kam er aus Polen, lernte Zimmermann und wurde Weltstar. Er spielte als Kopfballspezialist und Techniker in europäischen Topklubs. Mitreißend und berührend bringt uns „Miro“ eine Zeit im Fußball nahe, die längst untergegangen ist: Die Zeit des Straßenfußballers, der aus einfachsten Verhältnissen den Weg nach ganz oben geschafft hat.

Miroslav Klose war von 2000 bis 2016 Profifußballer, spielte für die deutsche Nationalmannschaft und ist WM-Rekordtorschütze vor dem Brasilianer Ronaldo. Für die deutsche Nationalmannschaft hat er 71 Tore geschossen, viele davon mit dem Kopf. Klose war während seiner aktiven Zeit ein Spieler mit großartigem Abschluss, Stärken im Strafraum, feinem Kopfballspiel und explosivem Antritt. Auch seine Balltechnik hat immer wieder für Begeisterung bei seinen Fans gesorgt.

Ronald Reng: „Miro“, Piper-Verlag, 444 Seiten, 21 Schwarz-Weiß-Abbildungen, 11 Euro.

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AZ-Redakteur Jens Heymann empfiehlt zum Weihnachtsfest einen wohl gefüllten Präsent-Gaben-Korb als Tipp für Unentschlossene. © Benecke, Holger

Seien Sie flexibel mit einem Präsentkorb

Jens Heymann: Ja, ja, ich höre schon die Nörgler, die sagen: So ein Präsentkorb ist etwas für die ganz alte Generation. Da gibt es doch originellere Dinge. Aber ich sage Ihnen auch: Sie liegen vielleicht mit einem Präsentkorb nie vollkommen richtig, allerdings auch nie vollkommen falsch. Denn ein Korb lässt sich flexibel nach Herzenslust befüllen. Jede noch so abwegige Kleinigkeit hat darin Platz – und kann entsprechend schnell auch wieder weiterverschenkt werden. Nicht zuletzt freut sich mancher vor allem über den Korb selbst.

Bevor Sie nun fragen: Ja, ich habe in der Vergangenheit immer wieder gerne Präsentkörbe verschenkt. Das Staunen bei der Übergabe war immer groß und entsprechend schön. Ein weiterer Vorteil: Diese Art von Geschenk lässt sich entweder fertig im Supermarkt oder entsprechenden Fachgeschäften kaufen oder aber selbst zusammenstellen. Und das geht zur Not kurzfristig.

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Der Bürgermeisterhof-Kalender: Regionaler gehts nicht und hilft beim Wiederaufbau. Ein Weihnachtsgeschenketipp von AZ-Redakteur Holger Benecke. © Zahn, Lydia

Weihnachtsgeschenk für den Wiederaufbau

Holger Benecke: Kalender gehen zu Weihnachten immer. Noch dazu, wenn diese ein Stück Heimat zeigen und zudem noch einem guten Zweck dienen. Das Team um Jacob Blödow, das sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, den Salzwedeler Bürgermeisterhof wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen, hat das hansestädtische Kleinod auf zwölf Seiten und ein Deckblatt gebannt. Selbst der Ist-Zustand lässt die Schönheit des ältesten Ensembles der Innenstadt erkennen.

Mit dem Bürgermeisterhof-Kalender – ein schönes Geschenk für Verwandte und Bekannte in nah und fern, aber auch für sich selbst – wird zugleich auch der Wiederaufbau des Denkmals mit finanziert. Und wer eines dieser kleinen Kunstwerke für nur 10 Euro erwirbt, beteiligt sich somit daran.

Wo der Kalender noch ergattern ist? Es gibt diesen im „Leseland“ bei Rainer Neitzel an der Burgstraße, in „Der Buchladen“, Burgstraße 5, sowie bei der „Hansenbande“, Burgstraße 18. Letztere residieren direkt am Bürgermeisterhof, sodass jeder den Kalenderkauf gleich noch mit einem Weihnachtsspaziergang am Originalschauplatz verbinden kann. Letzte Chance für Spätentschlossene ist dort am Heiligen Abend zwischen 10 und 13 Uhr.

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