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Frischegarantie dank kühlem Sprinter

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Bert Schäfer überreichte gestern im Mercedes-Autohaus den Schlüssel für einen Sprinter mit Kühlung an Tafel-Chefin Martina Huhn. © Foto: Benecke

Salzwedel - Von Holger Benecke . Fast 600 Fahrzeuge hat Mercedes seit 1998 den Tafeln in Deutschland gespendet. Gestern war es der Sprinter Nummer 383, ein ganz besonderer Kleintransporter. Nämlich mit Kühlung. Sodass die Kühlkette der Lebensmittel während der Fahrt nicht unterbrochen werden muss.

Tafel-Chefin Martina Huhn blickte gestern bei der Fahrzeugübergabe bei Sternpartner Mercedes an der Arendseer Straße noch einmal zurück. „Die erste Sponsorenzusage bekamen wir vor zwei Jahren“, erinnerte sie. Mittel aus der Lidl-Pfandspende waren es. Vor einem Jahr sprang dann der zweite Sponsor auf den Kühl-Transporter auf. Es war die Firma IFCO, die den Tafeln Transportbehälter für Obst und Gemüse unentgeltlich zur Verfügung stellt.

Von diesen beiden Unternehmen kamen jeweils 10 000 Euro für den Salzwedeler Sprinter. Den Rest der Summe – der Wagen kostet netto rund 45 000 Euro – brachten die Sparkasse Altmark West, der Kirchenkreis und die Tafel selbst auf.

Salzwedels Mercedes-Filialleiter Hans-Jürgen Kowalke legte auf das Geschenk noch einen vollen Tank und den ersten Wartungsdienst oben drauf.

Oberbürgermeisterin Sabine Danicke freute sich über den sonnigen Tag, an dem sich Mercedes nicht als Verkäufer, sondern als Sozialpartner für die Hansestadt zeigte. Und das auch weiterhin, hofft Danicke: „Wir setzen auf Sie“.“

Landrat Michael Ziche sieht zwar in seinem Amt derzeit einen abnehmenden Trend der ALG II-Bedarfsgemeinschaften. „Trotzdem ist es gut, dass es die Tafel gibt, weil zugesprochener Bedarf und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen.“ Deshalb freue er sich, dass in Sachen technischer Verbesserung für die Tafel mehrere Partner an einen Strang ziehen, damit sich die technische Versorgung der Tafel verbessert. Er wünschte den Sponsoren gute Geschäfte, damit immer etwas für karikative Zwecke übrig bleibt. Und: „Ich hoffe auf weiteres ehrenamtliches Engagement bei der Tafel, damit nicht weiterhin alles auf den Schultern von einzelnen Personen lastet“, zeigte sich Ziche als ausgezeichneter Kenner der Materie.

An dieser Stelle stieg auch Mitsponsor und Sparkassen-Gebietsdirektor Fred Schlademann ein: „Das Fahrzeug, das dort steht, ist nichts wert, wenn Sie nicht ihr Engagement einbringen“, wandte er sich an Martina Huhn. Und ergänzte: „Mit uns haben Sie auch weiterhin einen verlässlichen Partner. Machen Sie weiter so.“

In der evangelischen Kirche sei es nicht üblich, Fahrzeuge zu segnen, schmunzelte Superintendent Matthias Heinrich. Er verglich den Kühl-Sprinter mit den biblischen Gefährten wie der Arche und dem Esel des barmherzigen Samariters: „Sie dienen dazu, wie auch hier, Leben zu erhalten.“

Pfarrerin Cordelia Hoenen hatte an die vier Fahrer des Sprinters gedacht und ihnen kleine Geschenke mitgebracht. Sie müssen die weiten Wege erledigen, auf denen sie behütet sein mögen, wünschte Hoenen.

Nach so vielen Reden wollte die pragmatische Martina Huhn nun endlich den Schlüssel haben. Diesen übergab ihr Bert Schäfer, der beim Sternpartner Mercedes für die Transporter zuständig ist. „Vier Autos, vier Fahrer“, freute sich Martina Huhn und dankte ihren Tafel-Helfern, ohne deren Engagement es nicht so weit gekommen wäre.

Seit sechs Jahren gibt es die Tafel, die eine eigenständige Einrichtung des Diakonischen Werkes ist. Wöchentlich werden 750 bis 800 Bedürftige in den Ausgabestellen Salzwedel, Klötze, Gardelegen und Jahrstedt von ehrenamtlichen Helfern mit Lebensmitteln versorgt.

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