Veggieday und Feuerwerk

„Fridays for Future“: Kreis soll bis 2035 klimaneutral werden

+
„Fridays for Future“ vor dem Kreistag: Lilli Kunze, Jannik Brunke und Leha Schönwald forderten einen klimaneutralen Altmarkkreis bis zum Jahr 2035.

Salzwedel – Vertreter der „Fridays for Future“-Ortsgruppe Salzwedel lasen am Montag dem Kreistag die Leviten. Sie fordern einen klimaneutralen Altmarkkreis und die Nutzung von 100 Prozent erneuerbarer Energien bis 2035.

Und sie wollen, dass in jedem Kreistag darüber gesprochen wird. „Auch, wenn wir nicht da sind“, sagte Jannik Brunke. Und weiter: Die Erde braucht uns nicht – wir brauchen die Erde. Wir sind die Stimme des Planeten. “.

Die Jugendlichen übergaben an Landrat Michael Ziche einen auf drei Seiten aufgelisteten Katalog. Darin fordern sie für die nächsten fünf Jahre unter anderem das Einstellen eines Klimabeauftragten, und dass der Kreis Mitglied im Klimabündnis werden soll und alle damit verbundenen Pflichten wahrnimmt. Zudem soll der Kreis nur noch klimafreundliche Fahrzeuge und Dienstfahrräder anschaffen.

Auch soll es in allen Mensen und Caféterias regionales und saisonales Bio-Essen geben und ein verpflichtender fleischloser Tag pro Woche eingeführt werden. Auch ein Feuerwerksverbot findet sich in dem „Friday for Future“-Papier. Es soll nur noch ein zentrales Feuerwerk zu Silvester geben – beispielsweise in Salzwedel. Radweg- und ÖPNV-Ausbau, eine Rufbus-App sowie der Ausbau und die Erneuerung von Windkraftanlagen finden sich in den Forderungen ebenso wie kein weiteres Nutzen von Erdgasanlagen und kein Neuerschließen von Lagerstätten. Stattdessen sollen die vorhandenen Anlagen renaturiert werden.

In der Landwirtschaft, so meint „Fridays for Future“, sollen Flächen nur an ökologisch wirtschaftende Betriebe verpachtet werden. Pestizide wie zum Beispiel Glyphosat sollten verboten werden. Mastanlagen und Massentierhaltungen müssten geschlossen werden.

Für den ehemaligen Salzwedeler Stadtforst, ein Natura 2000-Gebiet, will die Ortsgruppe keine Verschlechterung des Wasserhaushaltes, die durch die Intensivierung der Jagd und den Holzeinschlag entstanden sei. Stattdessen müsse im Altmarkkreis bis zum Jahr 2030 auf 1000 Hektar ein Moorschutzprogramm laufen.

„Jetzt haben Sie nicht mehr die Möglichkeit zu sagen, Sie hätten nichts gewusst, denn jetzt haben wir es Ihnen gesagt“, nahm Jannik Brunke den Kreistag in die Pflicht. Dessen Mitglieder applaudierten. Fraktionschef Jens Reichardt (Freie Liste), der einen Antrag zur Fortschreibung der Regionalen Energie- und Klimaschutzstrategie der Landkreise Salzwedel und Stendal in den Kreistag einbrachte, formulierte: „,Fridays for Future‘ ist gar nichts mehr hinzuzufügen.“

Landrat Michael Ziche wies auf den Antrag der Freien Liste hin und machte deutlich, dass der Kreistag bereits einiges auf den Weg gebracht hat. Er bedauerte jedoch, dass es noch keine beschlossene Klimastrategie im Altmarkkreis gebe und riet, diese in das Kreisentwicklungskonzept, das gerade erstellt wird, mit einzuarbeiten. Darüber soll nun zunächst im Fachausschuss beraten werden.

VON HOLGER BENECKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare