Sechs Monate auf Bewährung

Wiederholungstäter in Salzwedel verurteilt: Freiheitsstrafe fürs Fahren ohne Führerschein

+
(Symbolfoto)

Salzwedel – Es waren nur zwei Kilometer bis zur nächsten Tankstelle. Dorthin unternahm ein Unternehmer aus der Altmark im Sommer 2020 eine kurze aber verhängnisvolle Fahrt.

Er habe lediglich eines seiner Firmenfahrzeuge mit neuem Kraftstoff versorgen wollten, erklärte er Mitte Dezember vor dem Amtsgericht Salzwedel. „Irgendeiner musste den Wagen betanken, und der zuständige Mitarbeiter war nicht da“, begründete er. Auf der kurzen Strecke stoppte eine Polizeistreife den Pechvogel. Dabei stellte sich heraus, dass dieser nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war. Das Dokument war ihm per Gerichtsurteil im Februar dieses Jahres entzogen worden, begleitet von einer nicht ganz unerheblichen Geldstrafe von 25 Tagessätzen à 100 Euro. Wiederholte Fahrerflucht, mehrfache Trunkenheit am Steuer und Fahren ohne Fahrerlaubnis standen im Vorstrafenregister und hatten zu diesem Strafmaß geführt.

„Sie sind uneinsichtig und ignorant“, bescheinigte die Staatsanwältin dem Angeklagten. In der Hoffnung, den geständigen Delinquenten doch noch zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, beantragte sie ein vergleichsweise hohes Strafmaß von sechs Monaten Gefängnis zuzüglich einer Zahlung von 500 Euro an das Frauenhaus Salzwedel.

Amtsrichter Dr. Klaus Hüttermann sah das ähnlich. Weil der Beschuldigte jedoch ein funktionierendes Unternehmen betreibt und auch sonst im Prinzip „mit beiden Füßen auf dem Boden steht“, wie der Richter es ausdrückte, setzte er die Freiheitsstrafe dieses Mal noch zur Bewährung aus. Er versäumte dabei nicht, den Angeklagten zu warnen: „Die Bewährung kann zwei Jahre lang ohne weitere Gerichtsverhandlung widerrufen werden und dann gehen Sie wirklich hinter Gitter“, mahnte Hüttermann und ergänzte: „Das kann sowohl ihr mühsam aufgebautes Unternehmen als auch ihre Familie zerstören. Dafür reichen sechs Monate.“ (ba)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare