Montag tagen Experten aus Norddeutschland in Salzwedel / Pflanzung von Widerstandsbäumen an der „Alten Münze“

Fracking, CO2-Verpressung: BI bleibt wachsam

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mei Salzwedel. Wo wird in Deutschland gefrackt? Wie geht das vonstatten? Welche Gefahren birgt diese Technologie (siehe Infokasten)? Gefrackt wurde auch in der Altmark, und zwar ohne Wissen der Bevölkerung – zuletzt vor wenigen Jahren in Mellin: Gaz de France (GDF) Suez hatte unter „Mellin 20“, einer erschöpften Erdgaslagerstätte, nach Restvorkommen gefrackt.

Und weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass zur Förderung von Resterdgas-Vorkommen auch weiter gefrackt wird, ist die Bürgerinitiative (BI) „Kein CO2“ wachsam.

Nun mag darüber spekuliert werden, warum das norddeutsche Fracking-Regionaltreffen am kommenden Montag, 26. November, ausgerechnet in Salzwedel stattfindet. Vertreter aus den norddeutschen Fracking-Regionen wollen ins Gespräch kommen und sich austauschen – und sich die CO2-Verpressungsanlage bei Maxdorf ansehen. Bei dieser Gelegenheit nehmen die Experten auch Gasförderstationen unter die Lupe, um einen Zusammenhang zwischen CCS (Carbon Dioxide Capture and Storage, Technik zur Kohlendioxidverpressung) und Fracking sowie dem neuen weltweiten Gasboom herzustellen.

Brisant dürfte dieses Treffen insbesondere mit Blick auf die jüngsten Diskussionen im Landtag sein, wo ein fraktionsübergreifender Antrag zum CCS-Verbot in Sachsen-Anhalt bekanntlich an der CDU-SPD-Koalition gescheitert und in die Ausschüsse verwiesen worden ist.

Nach der Ankündigung von Gaz de France (GDF) Suez und Vattenfall, ihre Kooperation zu beenden und die CO2-Verpressung in Maxdorf aufzugeben, steht nun die Frage einer Nachnutzung dieser acht Millionen teuren Anlage im Raum. Denn genau diese (wirtschaftliche) Nachnutzung haben GDF und Vattenfall angeblich im Auge. Die BI „Kein CO2“ traut dem Frieden allerdings nicht und geht weiter davon aus, dass die Unternehmen eine „Lücke“ nutzen und doch noch Kohlendioxid in Maxdorf verpressen könnten. Denn laut Bundesrecht ist das möglich, so lange die Bundesländer keine Länderklausel zum CCS-Verbot auf ihrem Territorium beschließen.

Als Zeichen des Widerstandes werden am Montag gegen 15 Uhr an der „Alten Münze“ (Altperverstraße) zwei so genannte Widerstandsbäume – eine Kastanie aus Bremen und eine Eiche aus Salzwedel – gemeinsam mit der BI „Pro Baum“ gepflanzt. Danach gehts nach Osterwieck in den Nordharz, wo das Unternehmen BNK Petroleum ab Frühjahr 2013 die Suche nach Erdgas starten will. Das Fracking-Verfahren soll dabei laut BNK nicht angewendet werden. Dazu gibts in Osterwieck eine Podiumsdiskussion.

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