Barsche und Forellen gehen ins Netz

Forscher der Hochschule Magdeburg-Stendal überprüfen Fischfauna der Salzwedeler Dumme

Lisa Siebeneichner (v.l.), Linn Ahlers, Prof. Dr. Volker Lüderitz und Mathiev Valentin
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Lisa Siebeneichner (v.l.), Linn Ahlers, Prof. Dr. Volker Lüderitz und Mathiev Valentin schritten die Salzwedeler Dumme in der Nähe von Wistedt ab und kontrollierten die Fischfauna.
  • vonLydia Zahn
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Mit einer Kiste, zwei Keschern und einer Elektroangel ausgerüstet, durchquerten Prof. Dr. Volker Lüderitz, Doktorandin Linn Ahlers und Masterstudentin Lisa Siebeneichner sowie Mathiev Valentin die Salzwedeler Dumme bei Wistedt. Die Forscher der Hochschule Magdeburg-Stendal überprüften den Erfolg der 2017 / 18 durchgeführten Gewässerrenaturierungs-Maßnahmen sowie die Fischfauna.

Wistedt – Gegen 10 Uhr am Dienstag geht es los, die Jagd nach den flinken Fischen. Mit der Elektroangel betäubt Prof. Dr. Lüderitz die Tiere, fängt sie ein und verfrachtet sie in eine Kiste. Das Durchqueren des Flusses wird dem Team durch im Wasser liegendes Totholz und größere Steine ziemlich erschwert.

Die Fische wurden von Prof. Dr. Volker Lüderitz vermessen und die Daten von Doktorandin Linn Ahlers notiert.

„Bauchneunaugen kommen da vor, wo die Wasserqualität eher gut ist“, erklärt Linn Ahlers, während sie einen solchen betrachtet. Das spreche schon mal für die Qualität des Gewässers. Beim Fang eines Barsches schaltet sich der Professor ein: „Der ist für solche Gewässer uncharakteristisch. Aber als Begleitart kommt er auch hier schon mal vor.“

Nach knapp zwei Stunden ist es dann erst einmal geschafft, und die Forscher kommen zurück an Land. „Mit dem Ergebnis sind wir bisher relativ zufrieden“, zieht Volker Lüderitz eine vorläufige Bilanz.

Ein Gründling: Der Fisch wollte nicht so recht liegen bleiben. Fast wäre er von der Hand des Professors gezappelt.

So einige Arten sind ihnen ins Netz gegangen. Darunter Forellen, Bachneunaugen, Stichlinge, Gründlinge, Barsche und Schmerlen. Diese werden nun aus der Kiste geholt und in eine weiße Schale gegeben. Jeden einzelnen Fisch vermisst Lüderitz mit einem Zentimetermaß, welches am Boden der Schachtel befestigt ist. Doktorandin Linn Ahlers notiert sich fleißig alle Daten. „Anschließend kommen sie wieder in den Fluss. Das ist nur zur Erhebung des Bestands“, erklärt sie.

Eine der Schmerlen, die ins Netz gingen. Die Fische wurden anschließend zurück in Wasser gelassen.

Uwe Heinecke, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes „Jeetze“, beobachtet das Prozedere gespannt. Er war bereits ein paar Wochen zuvor, Ende März, mit Volker Lüderitz für Kontrollproben an der Dumme gewesen. „An sechs Teilbereichen wurden Gewässerrenaturierungs-Maßnahmen durchgeführt. Hier an der Stelle gab es Probleme mit Erosionen der Sohle“, berichtet der Geschäftsführer. Das heißt, der Fluss gräbt sich immer weiter ein und schafft Vertiefungen. Deshalb wurden 2017 / 18 mehrere Kiesdepots und Laichstrecken angelegt, wie Heinecke erzählt. So sollte die Struktur verbessert sowie das Laichen für die Fische erleichtert werden, aber zugleich eine Stabilisierung der Sohle erfolgen.

Ob diese Maßnahmen auch ihren erhofften Zweck erfüllt haben, überprüfte also nun das Team aus Magdeburg. Die genauen Erkenntnisse werden nach der abschließenden Auswertung an den Unterhaltungsverband „Jeetze“ geschickt, sagt Lüderitz.

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