Täglich finden sich viele Angelfreunde am Ufer der Jeetze ein

Fischfang bei jedem Wetter

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Am Parkplatz beim Freizeit- und Eventcenter in Salzwedel fließt die Jeetze entlang. Der Fluss lockt an dieser Stelle zahlreiche Angler an, die entweder kleine Köderfische oder mittelgroße Speisefische fangen – mit Erfolg. 

Salzwedel. In aller Seelenruhe sitzen sie da – trotz der eisigen Temperaturen. Das Ufer an der Jeetze beim großen Parkplatz an der „Jeetze 37“ ist ihr Revier. Viele Hobbyangler finden sich hier Tag für Tag ein.

Karsten ist seit 1965 im Besitz des Angelscheins. Wenn er an die Jeetze kommt, konzentriert er sich auf kleine Köderfische. 

Sie verwendet der 60-Jährige, um Zander in der Elbe oder im Elbe-Seitenkanal zu fangen. Er hat zudem die Sportfischprüfung abgelegt. So war er schon vor 30 Jahren an der Küste Irlands, wo er mal einen 200 Kilogramm schweren Blauhai angeln konnte, erzählt er stolz. Das ruhige Wasser der Jeetze entspanne ihn. Er lobt besonders das Wasser des kleinen Flusses: „Das Gewässer hier ist ziemlich sauber. Die vielen Krebse sind ein zuverlässiger Indikator dafür. Beim Fischfang hier spielt der Wind eine tragende Rolle. Ostwind ist immer schlecht. Dieser bringt meist kalte Luft mit. Wenn dadurch die Wassertemperatur fällt, schläft die Verdauung der Fische ein und sie fressen nicht“, erklärt Karsten. Deshalb verwendet er in diesen Tagen sehr kleine Köder. Bald beginnt die Schonzeit, weil die Fische laichen. Doch bis dahin möchte der 60-Jährige, der nach eigenen Angaben schon 30 Angeln in Gebrauch hatte, noch einiges fangen.

Haak fängt gerne Döbel in der Jeetze.

Neben ihm steht Haak, der schon zehn etwa 30 Zentimeter lange Döbel gefangen hat. „Das ist heute ein guter Tag“, sagt das 49-jährige Mitglied des Angelvereins Salzwedel der Gruppe West. Sein Geheimnis ist vielleicht der Köder – eine Mischung aus Mais, Maden und Mehlteig. Die Döbel fängt Haak für den Eigenbedarf. „Die kann man gut räuchern oder braten. Sie sind lecker, haben aber leider viele Gräten.“

Das Angeln eine lebenslange Passion sein kann, zeigt Helmuth. Mit fünf Jahren fing er an, auf Fischjagd zu gehen. Mit 76 Jahren blickt er nun auf viele Erlebnisse zurück. Auch Wettkämpfe hat er bestritten - im Zielwerfen mit Gewichten und auf Scheiben. Da ging es für ihn bis zur Bezirksmeisterschaft, berichtet Helmuth und vergleicht zu früheren Zeiten: „Damals gab es wesentlich mehr Aale. Die fange ich heute kaum noch.“ Sein Angelfreund Uwe meint dazu nur: „Jeder Tag ist Angeltag, aber nicht jeder Tag ist Beißtag!“

Von Stefan Wasinski

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