Rund 60 exotische Tiere warten auf die Besucher / „Spatzennest“ darf testen

Fischer-Park öffnet nächsten Monat

Kamel
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Kamel-Hengst Dschingis Khan ist die neueste Errungenschaft im Fischer-Park und momentan der Liebling vom Chef. Das Tier ist ein Jahr alt, wird gerade gezähmt und einmal doppelt so groß werden.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Die alte Hansestadt bekommt einen weiteren Tierpark. Jost Fischer plant diesen schon lange. Hatte mit Straußen begonnen und immer mehr Tiere kamen dazu. Die Genehmigung dafür hat er inzwischen auch. Bislang haben ihm das Wetter und die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mitte/Ende Juni will Jost Fischer das Gelände an der Wiesenstraße eröffnen.

Salzwedel - Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni gibt es schon einmal einen Probebesuch: Da kommen die Knirpse von der Kita „Spatzennest“ mit drei Gruppen, freut sich Fischer schon. „Die dürfen umsonst rein“, sagt der Tierparkchef, „nach der offiziellen Eröffnung wird Eintritt kassiert.“

Prinzessin Sissy (von vorn), Victor, der Starke und die langbeinige Corinna sind für jedes Leckerli zu haben.

Naturbelassen an der Wiesenstraße

Jost Fischer hat großen Wert drauf gelegt, das Areal naturbelassen zu lassen. So gibt es beispielsweise keine befestigten Wege innerhalb des Parks. „Damit die Tiere sich so richtig wohlfühlen können in der Natur“, untermauert er. Es wird dann ein Großtier- und ein Kleintiergehege geben, erklärt der Tierparkchef. Wobei die Großen noch nicht so richtig groß sind, denn Fischer hat Jungtiere angeschafft, um diese möglichst lange in seinem Park zu haben. Zum Beispiel den Kamelhengst Dschingis Khan: „Der ist erst ein Jahr alt und wird doppelt so groß wie zurzeit.“ Das Tier hat er in Wulkau gekauft. „Dort züchtet jemand Kamele für Zirkusse“, berichtet Jost Fischer. Und vom Zirkus aus Mieste kommen dreimal die Woche Spezialisten, die Fischer beim Zähmen des stattlichen Tieres helfen.

Das Großtiergehege dürfen Kinder nur in Begleitung Erziehungsberechtigter betreten, denn neben Dschingis Khan stromern dort auch Strauße, Nandus, Emus, Zwergkühe und Alpakas herum. Für Letztere will Jost Fischer auch die beliebten Führungen anbieten: Spazierengehen mit einem Alpaka an der Leine. Das geschieht nach Anmeldung, und ein Begleiter ist immer dabei, setzt Fischer auf Sicherheit. So viel verrät er schon einmal: „Die Tour führt an der Wiesenstraße entlang in Richtung Krinau.“ Im Kleintier- beziehungsweise Streichelzoo warten dann Zwergziegen, Schafe sowie die Jungtiere von den Emus und anderen auf Besucher. „Alle sind zahm“, versichert der künftige Tierparkchef. „Und immer ist Aufsichtspersonal mit dabei.“

Alpaka Corinna wird mal eine ganz Große.

Pädagogischer Anspruch

Im Park soll es Sitzgelegenheiten, Bänke, Stühle und Tische geben. Futtertüten, T-Shirts, Eis, Pommes und anderes Imbiss- und Naschwerk will der Altmärker dort anbieten, damit sich die Besucher „rundum wohlfühlen“ können.

Die Öffnungszeiten sind am Sonnabend und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geplant. Um 11 Uhr ist nämlich Futterzeit. „Da können die Kinder dann mit dabei sein, auch mal ein Ei ausnehmen und einen Bezug zu den Tieren entwickeln“, hat Fischer sich ausgedacht. Weiter sollen Infotafeln Wissen über die Tiere kindgerecht vermitteln, verweist der Zoochef auf seinen pädagogischen Lehrpfad.

Die Tiere im Fischer-Park haben alle einen Namen. Neben dem einjährigen Kamel-Hengst Dschingis Khan gibt es die gleichaltrigen Alpakas Victor, der Starke, Prinzessin Sissy und die langbeinige Corinna. Der weiße Nandu-Hahn – etwas ganz Seltenes, ist Fischers Stolz – heißt übrigens Alfred, das Ekel. „Der hat nur schlechte Laune“, lacht Fischer.

Damit hatte alles angefangen: Tierparkchef Jost Fischer und seine neugierige Straußenbande.

„Ich muss mal nachzählen“

Unter der Woche will er je nach Wetterlage von 14 bis 17, 18 Uhr öffnen. Ihm ist wichtig, dass die Tiere jung in seinen Park kommen und dort hineinwachsen können. In zwei, drei Wochen will er auch die Nachwuchs-Emus das erste Mal aus dem schützenden Stall herauslassen. Übrigens: Für die Kinder ist bei den Emus Papa Hahn zuständig. Auf die Frage, wie viele Tiere er denn habe, wird Jost Fischer nachdenklich: „50, 60? Ich muss mal nachzählen, die haben gejungt.“

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