Kommunale Vereinbarung gescheitert / Zusätzliche Spenden

Finanzielle Stabilität für das Frauenhaus

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Schutzbedürftige Frauen erhalten in Salzwedel Hilfe. Doch, um diese bieten zu können, ist der Trägerverein immer wieder auf Spenden angewiesen.

Salzwedel. 20 Cent pro Einwohner – dies sollte Kern einer kommunalen Vereinbarung sein. Mit diesem Geld von den Kommunen und einem festen Part des Altmarkkreises hätte das Salzwedeler Frauenhaus langfristig auf finanziell sichere Füße gestellt werden können.

Doch Arendsee und Kalbe lehnten dies mit Hinweis auf Konsolidierungszwänge in den Haushalten ab. Allgemeine finanzielle Nöte veranlassten auch die Stadt Salzwedel ihr Engagement für die Einrichtung zu reduzieren.

Mit dem gleichberechtigten Konzept wollten der Trägerverein Frauen- und Kinderhaus Salzwedel sowie der Altmarkkreis Ängste reduzieren. Denn jedes Jahr aufs Neue wird gebangt, ob sich die Einrichtung mit Spenden erhalten lässt. Dies wollen Mitarbeiter und Ehrenamtliche nicht mehr. Hintergrund: Bislang gibt es kein verpflichtendes Gesetz zum Finanzieren von Frauenhäusern, es ist eine freiwillige Aufgabe.

Vereinsvorsitzende Sabine Rönnefahrt zeigte sich gestern trotzdem optimistisch, dass 2018 abgesichert werden kann. Altmarkkreis und Sparkasse geben 5000 Euro der Spenden vom gemeinsamen Neujahrsempfang an die Einrichtung (siehe Artikel unten). Damit kann eine Lücke geschlossen werden, wie Landrat Michael Ziche betonte. Die Vereinsvorsitzende stimmt zudem zuversichtlich, dass einige Kommunen sich auch finanziell klar positioniert haben. Auch wenn es keine Vereinbarung geben wird, Klötze will trotzdem 20 Cent pro Einwohner zahlen und Gardelegen 2000 Euro pro Jahr. Der Altmarkkreis hat seine jährliche Unterstützung von 20.000 auf 25.000 Euro erhöht. Beetzendorf-Diesdorf sowie Kalbe wollen für das Frauenhaus ebenfalls in die Kasse greifen – die genauen Höhen sind dem Verein noch nicht bekannt.

Eine Ausnahme bildet Arendsee. Die Einheitsgemeinde will nicht einen Euro geben. Wie Sabine Rönnefahrt betonte, war dies aber nie anders. Sie zeigte sich enttäuscht, dass die Gespräche mit allen Bürgermeistern nicht überall so gefruchtet haben wie gewünscht. Aus der Seestadt hieß es, das Frauenhaus soll komplett über den Kreis finanziert werden. Die Kommunen würden sich dann über die allgemeine alljährliche Umlage beteiligen.

Von Christian Ziems

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